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Schönes Leben trotz Kindern - Trotzki

 

Lassen Sie sich den Alltag mit Kindern einmal mit einer Extraportion Humor beschreiben.

 

Unser Autor A. Schmid-Ohren ist ein ungebrochener Optimist trotz jahrzehntelangen Schädigungen durch Frau und Kinder.

 

Lesen Sie hier seine Erlebnisberichte.


Am Tag des Herrn

Zeichnung: Stephan Rürup

 

Sonntagmorgen, der Tag des Herrn. Die Sonne zeichnet Goldkringel auf den Terrassentisch, in der  lauen Frühsommerluft tanzen Bienen. Die Fliederdolden hängen lasziv über den Zaun, ihr Duft mischt sich mit dem von frischen Brötchen und Kaffee. Die Katze liegt wie zufällig in der Nähe des Tisches mit all seinen Leckereien und stellt sich teilnahmslos. Meine Frau erscheint wie immer perfekt zurechtgemacht zum Sonntagsfrühstück. Wenn ich Ihr spontan eröffnen würde, dass wir den UNO-Generalsekretär zum Frühstück erwarten, müsste sie sich nicht einmal umziehen. Unsere Jungs, 6 und 9 Jahre alt, erscheinen erwartungsgemäß ungewaschen und im Pyjama, den sie heute unter Umständen bis zum Schlafengehen anbehalten. Ich habe immerhin eine frische Jogginghose an und ein Unterhemd ohne Löcher. Soviel Respekt vor dem Sonntag muß schon sein.

Nun, da die Idylle vollkommen und die Familie komplett versammelt ist, kann ich meine obligatorische Ansprache beginnen:

 

Na, schmeckt´s? Hier, am Tischlein-Deck-Dich? Ihr seid mir eine verzogene und verwöhnte Bande! Ach was, von wegen Bande -  ihr Autisten seid ja nicht mal zur Bandenbildung fähig. Wie ihr schon wieder dasitzt! Ungepflegte kleine Stinker, teilnahmslos und gedankenleer wartet ihr auf die Atzung. Stumpfer Blick ins Wesenlose, keine Körperspannung, das Maul halb offen – danke, dass ihr nicht sabbert! Menschenskinder, das ist kein Zoo hier und ich habe keinen Bock auf den Wärterjob!

 

Was glaubt ihr, wie man im Schweinesystem bestehen kann? Was sagst du? Als Schwein? Ja, sicher! Aber als aktives Schwein in menschlicher Verkleidung! Doch nicht so, wie ihr! Das Prinzip da draußen ist Konkurrenz! Konkurrenz – das heißt nie endender Kampf, jeden Tag aufs Neue den eigenen Vorteil suchen und ihn anderen nehmen! Wer diesen Kampf nicht kämpft, wird zur Sau gemacht, ausgenommen und gedemütigt, bis er in der Gosse verkommt. Damit würde sich euer Lebensstil zwar nicht wesentlich ändern, aber euer Lebensgefühl. Und darauf kommt es an! Das Lebensgefühl ist entscheidend. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich als Penner Sonntags am von den Eltern gedeckten Tisch sitze oder unter einer Brücke. Wie, dir wär die Brücke lieber?! Provozier mich nicht, ich kann auch unfreundlich werden.

 

Überhaupt redest du, wenn du zuhören solltest! Das hätte ich mir bei meinem Vater nicht erlauben dürfen. Aber, das kann man eh nicht vergleichen. Wir haben Sonntags um sieben Uhr gefrühstückt. Zwanzig Minuten lang, dann ging es ins Feld. Vor dem Frühstück hatte ich schon Zeitungen ausgetragen. Ja, ich bin um fünf Uhr morgens mit einer Backpfeife geweckt worden, damit ihr jetzt hier hocken und faul aufs Abitur warten könnt.

 

Abitur als Lebensziel! Großartig! Wer, bitte schön, hat denn heute kein Abitur? Jeder Analphabet wird da durchgeschleift. Mathe, Deutsch und alles andere wird abgewählt, statt irgendeinen Unterricht zu besuchen, wird zwei Jahre lang in Cafés rumgebalzt und dann gibt´s ein Abitur in Sport und Religion. So ist das doch heute! Außerdem: In dem Alter, in dem die heute Abitur machen, war ich schon Geselle und eure Mutter das zweite oder dritte mal schwanger.

 

Euch fehlen Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Zu allem in der Lage, zu nichts zu gebrauchen. Du, zum Beispiel rennst jetzt schon seit zwei Jahren zum Klavierunterricht! Hast du schon einen einzigen Euro damit eingespielt? Siehste! Aber weißt ja hoffentlich, was das kostet. Vielleicht steht später unter deiner Brücke ja mal ein Klavier!

 

Und mein anderer Spross ist Rettungsschwimmer! Die Zeit möchte ich haben! Als arbeitender Mensch hast du später nicht die Gelegenheit, an Gewässern rumzuhängen und darauf zu warten, dass mal einer ersäuft. Und wenn du da zufällig vorbeikommst, hast du das Recht, Unbekannte vor einem vielleicht erwünschten Ende zu bewahren? Auch mal nachdenken!

 

Überhaupt, das sind mir alles Lebensentwürfe! Mit euch verglichen wirken Koalas hektisch. Ihr braucht ein Ziel, Menschenskinder! Bald habt ihr die Grundschule absolviert und noch nichts Nennenswertes erreicht. Ein konkretes Ziel muß her und dann geht ihr drauflos.

 

Ziel fängt mit Z an, wie Zahl und das ist kein Zufall. Ein Ziel kann man beziffern. Ich sage mal 100 Euro im Monat. Ich hoffe, es klingelt bei euch! Zuerst im Kopf und dann in der Kasse, bruharhar.  Und nun erklärt mir mal, wie ihr mit Klavierspielen, Sport, Schulchor und Schülertheater Geld verdienen wollt! Mir kommt ja in der Kneipe viel zu Ohren, aber davon hat mir noch keiner erzählt.

 

Also, wie geht´s jetzt weiter? Zunächst mal müsst ihr euren Willen stählen. Ohne einen starken Willen geht gar nichts. Ich habe mir schon mindestens fünf Mal das Rauchen abgewöhnt. Geht so etwas ohne einen Willen? Oder auch mal nach dem sechsten Bier, ohne äußeren Anlass aufstehen und nach Hause gehen? Kriegen Willenlose so etwas hin? Ich verfüge über Willenskräfte, die auch noch für andere reichen. Als eure Mutter damals dreißig Kilo abgespeckt hat, habe ich sie mit meinem ganzen Willen unterstützt. Und als sie sich das ganze wieder draufgespachtelt hat, hatte ich die Willenskraft, ihr noch guten Appetit zu wünschen. Daran könnt ihr euch mal messen, ihr Hip-Hopper.

 

So, ihr habt jetzt ein Ziel und ihr kennt den Weg. Sucht euch einen Job, führt Hunde aus, züchtet Läuse, singt in der Fußgängerzone. Mit Willenskraft ran an die hundert. Und am nächsten Sonntag will ich erste Erfolgsmeldungen hören, sonst ziehe ich andere Seiten auf. Dann könnte es passieren, dass ich auf den Frühschoppen verzichte, um hier ein wenig Erziehungsarbeit zu leisten. Am Tag des Herrn, da kenne ich nichts.


Wege zum Ruhm

Zeichnung: Stephan Rürup

 

Die Familie saß komplett versammelt am Abendbrottisch und flinke Kinderfinger klaubten Aufschnittscheiben aus den ALDI-Packungen. „Meine Lieben“, begann ich, zugegeben etwas pathetisch, eine Ansprache. „Wie ihr ja wisst, ist euer Vater nun seit fast drei Jahren arbeitslos. Deshalb sind wir auch so bitter arm...“

Kevin schwenkte den erhobenen Arm, wie in der Schule. „Ja, Kevin?“ „Wie die Eltern von Hänsel und Gretel!“ rief er triumphierend. „Nur, dass ich noch keinem Jäger je den Auftrag gab, euch in den Wald zu führen!“ Meine Tochter erklärte mit vollem Mund: „Das mit dem Jäger war bei Schneewittchen. Hänsel und Gretel wurden von ihren Eltern in den Wald gebracht.“

Ich sah meine Frau auffordernd an. Sie reagierte prompt: „Vanessa kennt sich aus mit Märchen deshalb weiß sie auch, dass bei den armen Eltern von Hänsel und Gretel der Tisch nicht so reich gedeckt war, wie bei uns hier.“ Um die Bedenken des Kindes noch mehr zu zerstreuen, erklärte ich: „Wir würden euch nie in den Wald bringen. Da sind doch heute überall Wege und Schilder, Ihr wärt ja in einer Stunde wieder daheim.“ Das überzeugte die beiden. Doch Theo, der Ältere, setzte nach: „Was ist denn nun mit arbeitslos und arm? Mein Taschengeld kannst du nicht mehr kürzen. Das ist eh schon auf Null.“

 

Ich strafte ihn mit meinem legendären Eisblick und nahm den Faden wieder auf. „Nein, ich denke darüber nach, wie wir gemeinsam Geld verdienen könnten. Überlegt doch auch einmal! Was kommt euch so in den Sinn, wenn ihr an Geld verdienende Familien denkt?“ „Die Familie Corleone.“ Das kam natürlich von Theo. „Rothschilds“, fielen meiner Gattin ein. „Nun, ich dachte eigentlich nicht an Verbrecher, weder vor noch hinter den Bankschaltern. Nennt mir doch mal eine Familie, die etwas macht, was wir auch machen könnten.“ Alle grübelten und ich nutzte die Gelegenheit die letzten beiden Putenbrustscheiben auf meinen Teller zu balancieren. „Also gut“, ich zog den Teller näher zu mir ran, schützte meine Beute mit beiden Ellenbogen und machte mein Jetzt-kommt´s-Gesicht. „Ich denke da zuerst an die Kelly-Family!“

 

Meine Frau verschluckte sich fast und die Kinder sahen ratlos aus der Wäsche. „Ihr werdet doch wohl die Kelly-Family kennen, verdammt noch mal. Jedes Arschloch kennt die!“ „Aber wir nicht!“ Der reine Trotz sprach aus allen drei Gesichtern. Ich musste meine Taktik ändern. „Die Kellys waren bitter arm, so wie wir, bis der Vater eines Tages seine Frau und seine Kinder nahm und auf der Straße mit ihnen Musik machte. Das gefiel den Leuten so gut, dass sie denen ihr ganzes Geld in die Mütze warfen. Die Kellys gehören  heute zu den ganz Reichen. Eins, zwei, ratz, fatz waren die richtig reich. Nur mit Singen!“

 

„Du sagst doch immer, du willst gar nicht reich sein und Eigentum ist Diebstahl und so.“ „Wir können ja aufhören, wenn wir fast reich sind. Oder weiter singen und das Geld den Armen geben.“ „Wenn du auf der Straße singst, dann geben die Armen dir ihr letztes Geld, damit du still bist.“ So etwas Destruktives kommt von der eigenen Ehefrau! Aber ich ließ nicht locker. „Wir könnten vorm Reichstag singen. Die Regierung will doch die Familien entlasten. Die können mit uns anfangen und uns auf dem Nachhauseweg entlasten, indem sie uns was in den Hut werfen! Und dann kommt so ein Musikmanager vorbei und hört uns und wittert das Geschäft seines Lebens. Oder wir kommen direkt ins Abendfernsehen und am nächsten Tag ist hier die Hölle los vor lauter Kamerateams und Reportern. Die Nachbarn werden es nicht glauben, aber wenn wir dann in unser neues Auto steigen und der Chauffeur uns zum Essen ins Hotel fährt, kriegen die die Pocken vor Neid. Mutti, du musst zum Friseur, bevor es los geht und ihr übt schon mal einen lässigen Gang und Lächeln wie ein Star ...   Oh man, wir brauchen einen Tresor und verlässliche Leibwächter, wir müssen...“

 

Inzwischen hatten die Kinder den Tisch abgeräumt und ihre Mutter rumorte in der Küche. Ich saß allein da, wie bestellt und nicht abgeholt ...

 

Wer weiß, vielleicht ist das mit dem Singen doch nicht das Wahre und ich sollte erst mal ein bischen Amok laufen.

 

 

A. Schmid-Ohren






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"Dann passt mal auf", sagt der Lehrer zur Klasse, "Die Vorsilbe 'Un' bedeutet fast in allen Fällen etwas Lästiges oder Hässliches.

Als Beispiele nenne ich euch: Unfug, Unsinn. Wer nennt mir noch ein Beispiel?"

Kevin: "Unterricht!"

 

 

 

 

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ zeigt, dass die volle gesellschaftliche Teilhabe geistig behinderter Kinder auch eine Frage ihrer in der UN-Kinderrechtskonvention festgehaltenen Rechte als Kind ist.

 

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Ungehindert Kind – Kinderrechte und Behinderung

Ein Lese- und Praxisbuch für Eltern
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ISBN 978-3-940529-69-5

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