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Strategien gegen die Versorgungslücke

 

Vor allem Mütter haben Nachholbedarf bei der Altersvorsorge

Text : Sabine Ostmann

 

 

Babypausen, geringeres Einkommen, weniger Rente – eigentlich müssten Frauen bei der privaten Altervorsorge Vollgas geben. Doch viele verdrängen das Problem – mit fatalen Folgen. Dabei gibt es für jede Lebenssituation geeignete Anlagemöglichkeiten.

 

Toller Job, toller Mann, heiraten, Kinder bekommen, Familienpause, danach in Teilzeit weiterarbeiten, um alles unter einen Hut zu bekommen – so sieht für viele Frauen immer noch die Karriere aus. Schön für die Familie, aber schlecht für die Rente. Die Quittung kommt spätestens mit 67: Mit gerade mal 509 Euro muss sich nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung die deutsche Durchschnittsrentnerin durch Leben schlagen. Männer bekommen im Schnitt 984 Euro. Die Ursachen: Vor Renteneintritt sind Frauen heute im Schnitt 26 Jahre berufstätig, Männer dagegen 37 Jahre. Frauen verdienen – auch in gleicher Position – immer noch 20 Prozent weniger als Männer. Und vor allen sind sie es, die Angehörige pflegen oder wegen Kinder aus dem Beruf aussteigen und nach der Babypause oftmals nur noch einen Teilzeitjob ausüben. Altersarmut ist also weiblich.

 

Die Ehe hat als Altersvorsorge ausgedient

Kindererziehung und Pflege von Angehörigen werden bei der Rentenberechnung berücksichtigt, dennoch warnen Experten vor einer dramatischen Versorgungslücke. Vor allem Babypausen und Teilzeitjobs rächen sich später, wenn die Rente vorne und hinten nicht reicht. „75 Prozent der heute 35- bis 50-jährigen Frauen haben eine Rente unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau zu erwarten“, warnt Mechthild Upgang, Vorsitzende des Bundesverbandes der unabhängigen Finanzdienstleisterinnen. Altersarmut wird also auch künftig weiblich sein.

 

Dass es um die eigene Altersvorsorge nicht zum Besten steht, ist den meisten betroffenen Frauen bewusst. Dennoch sorgt lediglich ein Drittel von ihnen zusätzlich fürs Alter vor. Die Mehrheit verlässt sich nach wie vor auf den Mann oder verdrängt das Problem. Doch angesichts schrumpfender staatlicher Rentenleistungen und der Tatsache, dass jede dritte – in Großstädten sogar jede zweite – Ehe geschieden wird, garantiert das traditionelle Familienmodell längst keinen finanziell abgesicherten Ruhestand mehr. Mütter, die in nicht ehelichen Beziehungen leben, gehen vollkommen leer aus.

 

Familienzeit nur gegen Rentenbeiträge

Beim Thema Altersvorsorge besteht also dringend Handlungsbedarf. Je eher, desto besser, lautet die Devise. Je später Frau mit dem Ansparen fürs Alter beginnt, desto mehr Geld sollte sie dafür zurücklegen – bei Berufstätigen je nach Alter 10 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens. Vor allem junge Frauen mit Kinderwunsch, die eine Familienpause planen, benötigen ein üppigeres Vorsorge-Polster. Und wenn die Kinder erst mal da sind, dürfen sie auf keinen Fall den Fehler begehen, ihre Beiträge zur Altersvorsorge zu kürzen. Im Gegenteil: Während der Familienphase muss die private Altersvorsorge aufgestockt werden, um die Nachteile bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Im Grunde, so raten Finanzexpertinnen, sollten Frauen nur dann zugunsten der Familie auf die eigene Erwerbstätigkeit verzichten, wenn der Partner im Gegenzug eine hinreichende eigenständige Altersvorsorge für sie finanziert. Auch unverheiratete Mütter die in einer festen Partnerschaft leben, sollten in diesem Fall auf einer privaten Absicherung bestehen.

 

 

Für die optimale Vorsorge gibt es kein Patentrezept

Doch für die optimale Vorsorge für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend gibt es kein Patentrezept. Ob eine offensive oder eine defensive Anlagestrategie die richtige Wahl ist, hängt von der Lebenssituation, vom Alter und den finanziellen Möglichkeiten ab. Doch vor der Entscheidung für eine bestimmte Vorsorgestrategie steht auf jeden Fall erst einmal ein Kassensturz an Wie viel Geld brauche ich im Alter? Wie weit reichen meine Einkünfte? Wie viel kann ich monatlich ansparen? Das sind die entscheidenden Fragen.

 

Investitionen in Anleihen oder Aktien, Immobilien, Banksparpläne, Renten- und Lebensversicherungen, die Möglichkeiten, Kapital für den Ruhestand anzusparen, sind vielfältig. Dabei gilt es stets, Risiko, Renditeerwartungen und steuerliches Aspekte abzuwägen. „Eine sinnvolle Altersvorsorge muss auf die individuelle Lebenssituation zugeschnitten sein“, betont Finanzexpertin Mechthild Upgang und rät dringend zu einer individuellen Beratung durch einen unabhängigen Spezialisten. „Wer über Jahrzehnte Geld sparen möchte, sollte eine sehr gute Anlagemöglichkeit wählen. Noch besser ist es, verschiedene Anlageformen zu besparen, um das Risiko zu streuen.“

 

Kassensturz

 

Reicht es fürs Alter oder besteht eine Versorgungslücke?

 

+ Zunächst die Versorgungsansprüche berechnen (gesetzliche Rente, evtl. betriebliche und private Altersvorsorge, Ersparnisse, Wohneigentum Miet- und Zinseinkünfte, Lebensversicherungen etc.)

 

– Davon abzuziehen ist der finanzielle Bedarf im Alter (Miete/Hypothek, Nebenkosten, Versicherungen, evtl. Kreditraten, Haushaltsgeld, Kleidung, Auto, Rücklagen für Anschaffungen etc.)

 

= Klafft hier ein Minus, dann besteht eine Versorgungslücke, die Sie durch private Vorsorge schließen sollten. Ansonsten können Sie sich entspannt zurücklehnen.

 

 

 

Riestern – aber wie?

 

Für die staatlich geförderte Riester-Rente gibt es vier verschiedene Anlagemöglichkeiten. Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile in Kürze:

 

Riester-Rentenversicherung

Die beliebtesten Riester-Anlageform ist zugleich eine der sichersten: Es gibt eine Mindest-Verzinsungs- und -Rentengarantie. Allerdings fallen die Erträge je nach Anbieter extrem unterschiedlich aus – prüfen Sie deshalb genau, welche Angebote Ihnen den meisten Ertrag bringen.

Vorteil: Höhe der künftigen Mindestrente ist schon bei Abschluss bekannt.

Nachteil: hohe Abschlusskosten, unflexible Geldanlage, vor allem ein Ausstieg ist extrem teuer.

Geeignet für: sicherheitsorientierte 40- bis 50-Jährige, die den Vertrag bis zum Ende besparen

 

Riester-Fondssparpläne

Hier werden die Sparraten in Aktien- und Rentenfonds investiert. Das Eingezahlte und die Zulagen sind garantiert – der Rest hängt von der Entwicklung auf den Aktienmärkten ab. Auch hier gilt es, nach besonders Fonds Ausschau zu halten.

Vorteil: Langfristig bieten Fondssparpläne hohe Renditeaussichten

Nachteil: höheres Risiko und relativ hohe Gebühren

Geeignet für: 20-30-Jährige, die noch viel Zeit haben, um schlechte Börsenzeiten auszusitzen.

 

Riester-Banksparpläne

Bei dieser Variante schließen Sie einen Ratensparvertrag mit einer Bank oder Sparkasse ab. Aufgrund der geringen Gewinnmargen bieten aber nur wenige Banken Riester-Sparpläne an.
Vorteil: kaum Kosten, sehr flexibel – ein Anbieterwechsel ist einfach und ein vorzeitiger Ausstieg ohne größere Verluste möglich.
Nachteil: Banksparpläne werden in der Regel variabel verzinst. Häufig schwankt die Zinshöhe mit dem allgemeinen Zinsniveau. Deshalb lässt sich die Zinshöhe kaum vorhersagen. Allgemein ist die Rendite etwas geringer.
Geeignet für: sicherheitsorientierte Anleger, die einen flexiblen Vertrag wünschen

 

Wohn-Riester

Hier werden die Einzahlungen für die Finanzierung eines selbstgenutzten Eigenheims verwendet, entweder um ein Baudarlehen zu tilgen oder sie fließen in einen Riester-Spar- oder Bausparvertrag. Vorteil: geringes Risiko bei hoher Rendite, den man profitiert doppelt: Indem man die Hypothekenschuld reduziert, spart man zugleich Zinskosten. Nachteil: gilt nur für Eigenheim-Erwerb ab 2007 Geeignet für: Häuslebauer

 

Beratung und Information

 

Bei konkreten Fragen zur individuellen Vorsorge helfen Verbraucherberatungen vor Ort sowie unabhängige Finanzberater/innen (www.finanzexpertinnen.de)

 

Deutsche Rentenversicherung ( www.deutsche-rentenversicherung.de )

www.ihre-vorsorge.de

Stiftung Warentest (www.test.de)

www.vorsorge-und-finanzen.de

www.riester-rente.net

 

 






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