Sanfte Keimkiller aus der Natur:
Pflanzliche Antibiotika
von Dr. med Peter Schmid
Kennen Sie das auch? Kaum setzt das ungemütliche, nasskalte Herbstwetter ein, schon melden sich Hals- und Gliederschmerzen, der Kopf fühlt sich dick und wattig an und den Kindern trieft die Nase - gerade jetzt, wo sie besser nicht in der Schule fehlen sollten... Natürlich wollen Sie, dass Ihre Krankheit sich so schnell wie möglich wieder verabschiedet, aber - sollen Sie sich wirklich schon wieder Antibiotika verschreiben lassen?
Mit einer unbedachten Einnahme von Antibiotika gefährden Sie Ihre Chance, bei einer gravierenden Bakterienerkrankung effelktiv und schnell geheilt zu werden.
90 Prozent aller Erkältungen sind nicht von Bakterien, sondern von Viren verursacht, bei denen Antibiotika ihre Wirkung verfehlen.
Vielleicht haben Sie einige der besten Verbündeten im Kampf gegen bakterielle Infektionen schon im Haus - in Ihrer Küche!
Wer denkt beim Duft von Rosmarin nicht gleich an einen sommerlichen Lammbraten, bei
Knoblauch ans griechische Tsatziki, bei
Oregano ans Belegen einer Pizza. Aber lassen sie sich überraschen: viele der leckeren Pflänzchen in unseren Gewürzgärten haben mehr zu bieten als guten Geschmack: echte Power gegen Infektionen.
Aus dem Griechischen und Lateinischen übersetzt klingt es feindlich: Antibiotikum (= gegen das Leben). Ganz allgemein bezeichnet dieser Begriff Stoffe, die Bakterien stoppen oder abtöten. Die pflanzlichen Antibiotika sind eine der “Geheimwaffen” im Überlebenskampf der Natur. Etliche höher entwickelten Pflanzen, aber auch Algen, Pilze und Flechten nutzen ihre eigenen "Antibiotika” ganz gezielt, um sich gegen schädliche Keime zu wehren. Auch einige Tierarten wissen instinktiv um die antibiotischen Eigenschaften bestimmter Pflanzen. Ameisen zum Beispiel, befördern wilden
Thymian heran, um ihren Staat vor gefährlichen Krankheitserregern zu schützen.
Pflanzliche Antibiotika haben einen großen Vorteil: Sie ziehen nur gegen den zu bekämpfenden Erreger selbst ins Feld und stärken dadurch indirekt die körpereigenen Abwehrkräfte. Sie ersparen nämlich dem Körper die Entsorgung der chemischen Stoffe (Antibiotikaradikale und Bakterientoxine) durch Nieren und Leber, welche bei Gabe synthetischer Antibiotika anfallen. Außerdem bleiben die mit uns im Einklang lebenden, nützlichen Bakterien, z. B. Darmbakterien, am Leben. Natürliche Antibiotika eignen sich darum auch gut zur Vorbeugung. Infektionen, die leicht chronisch werden oder die immer wiederkommen, wie z. B. Mandel- und Blasenentzündungen, können damit - unter ärztlicher Aufsicht- oft wirksam und schonend bekämpft werden.
Bitte beachten sie, dass alle hier genannten Heil- und Vorbeugeanwendungen im Krankheitsfall den Arztbesuch nicht ersetzen und nur nach Absprache mit einem approbierten Arzt durchgeführt werden sollten.
