07/02/07
Leichter Leben!
Lesen Sie alles, was Sie zu Übergewicht und Adipositas, die krankhafte Fettsucht, wissen müssen. Hier in kidslife-online.de haben wir für Sie einige nützliche Informationen für Sie zusammengestellt. Und hier finden Sie die im Heft versprochenen Kurven zum Download.
Wer wird dick? Wer bleibt schlank?
Gewichtsforscher treten der weit verbreiteten Meinung "Wer will, der kann abnehmen" scharf entgegen. Nach neueren Erkenntnissen ist das Gewicht stark biophysisch vorherbestimmt, ähnlich wie unsere Körpergröße oder Haarfarbe. So sind rund zwei Drittel der Bevölkerung determiniert, in Überflusszeiten Körperfett für eine Hungersnot zu speichern. Dieser einstige Überlebensvorteil hat sich heute, wo uns keine schlechten Zeiten mehr bevorstehen, ins Gegenteil verkehrt.
Folgende Faktoren gelten als gesicherte Risiken, dass ein Kind Übergewicht entwickelt:
- Eindeutig der Einfluss der Vererbung, die Genetik. Hat ein Kind einen übergewichtigen Vater und eine übergewichtige Mutter, so liegt sein Risiko, selbst übergewichtig zu werden, bei 80 Prozent. Sind beide Eltern schlank, beträgt das Risiko gerade mal 20 Prozent.
- Ebenso riskant ist ein Lebensstil mit geringer körperlicher Aktivität. Schon mehr als zwei Stunden Fernsehkonsum pro Tag wirken sich nachteilig aus.
- Ein niedriger sozialer Status (gemessen an Einkommen und Schulbildung der Eltern) schlägt ebenfalls als Risikofaktor zu Buche. Fachleute schreiben dies einem eher ungünstigen Ernährungsstil mit vielen Fertiggerichten und Süßsnacks zu. Wenn ein eigener Garten fehlt und gemeinsame familiäre Aktivitäten selten sind, laufen Fernsehen und PC-Spiele um so länger.
Was also tun? Es gilt, diesen Risiken so früh wie möglich gegen zu steuern. Denn 41 Prozent der dicken sieben-Jährigen und sogar 80 Prozent der dicken 10- bis 13-Jährigen werden dicke Erwachsene.
Ess-Tipps für pfundige Familien
von Dr. Petra Renner-Weber, Dipl. Oecotrophologin und der Kidslife-Redaktion
Der Weg zum veränderten Essverhalten und einer besseren Lebensmittelauswahl ist nicht immer einfach. Zu lange schon haben sich in der Familie schlechte Gewohnheiten eingeschlichen und sind selbstverständlich geworden. Diese gilt es aufzuspüren und Schritt für Schritt gemeinsam zu verändern.
Gemeinsame Essen
Essen Sie mit den Kindern gemeinsam! Laut Weight-Watchers belegt eine Studie aus den USA mit rund 16.000 Kindergartenkindern, dass sich Kids gesünder ernähren, die mit der Familie zu den Mahlzeiten regelmäßig an einem Tisch versammelt sind und mit höherer Wahrscheinlichkeit fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag essen und mehr Ballaststoffe und wichtige Nährstoffe wie Calcium, Folsäure, Eisen sowie Vitamine zu sich nehmen. Selbst wenn Sie bis zum Abend arbeiten, alleinerziehend sind oder einfach keine Zeit für ein gemeinsames Mittagessen mit den Kindern haben: auch das Abendessen kann in aller Ruhe am schön gedeckten Tisch zelebriert werden - Kinder lieben das.
Neues aus der Forschung: Adipositas durch Fructose?
Der übermäßige Verzehr von Fructose führt anscheinend zu Adipositas, wie Forscher der Universität Florida jetzt bei Versuchen an Ratten entdeckt haben. So lässt die Aufnahme von Fruchtzucker den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen. Ein Zuviel an Harnsäure blockiert die insulinabhängige Zuckerverwertung. Dies führt zu Insulinresistenz und schließlich zur Ausbildung typischer Symptome wie Übergewicht, Bluthochdruck und einem gestörten Fettstoffwechsel. "Wir können noch nicht definitiv sagen, dass Fructoseverzehr beim Menschen zu Adipositas führt", sagt Professor Richard J. Johnson. Aber vieles spreche dafür, dass der Fruchtzucker eine Schlüsselrolle spiele.
Zudem hat der Konsum zuckerhaltiger Softdrinks, die einen hohen Fructoseanteil (bis zu 15 Prozent) aufweisen, in den letzten 20 bis 30 Jahren weltweit stark zugenommen. Allein in den USA stieg der Verzehr von fructosehaltigem Mais-Sirup, der zum Süßen von Erfrischungsgetränken verwendet wird, um mehr als 1.000(!) Prozent. Da gleichzeitig die Anzahl übergewichtiger Menschen dramatisch zunahm, dürfte der Argwohn der Wissenschaftler gegenüber Fructose nicht unbegründet sein.
B. von der Weiden
Wie Kinder mehr Obst und Gemüse essen
Kinder und Jugendliche essen weniger als die Hälfte der vom Forschungsinstitut für Kinderernährung empfohlenen Menge an Obst und Gemüse: Das sind beispielsweise für Grundschulkinder 220 g Gemüse und 220 g Obst pro Tag. Manche Kinder essen Obst und Gemüse jeden Tag und manche nie. Aber: Kinder lassen sich begeistern! Sie essen deutlich mehr Gemüse und Obst, wenn die Lebensmittel in kleinen, mundgerechten Stücken zum Verzehr angeboten werden. So sind die allermeisten Kinder beispielsweise Fans von Gemüsesticks, die man mit einem leckeren Dip essen kann. Als Gemüse eignen sich je nach Jahreszeit z.B. Möhren- oder Kohlrabistifte, rote Paprikastreifen, Gurkenscheiben, Radieschen oder Cocktailtomaten. Auch Obst wird viel lieber gegessen, wenn es gewaschen, geputzt und in Stücke geschnitten wird. Damit Apfelschnitze nicht so schnell braun und unansehnlich werden, sollte man am besten die Sorte Elstar verwenden oder die Obststücke kurz in Zitronensaft mit etwas Honig marinieren.
Quelle:
www.machmit-5amtag.de
Rezept: Lecker für heiße Tage
Buttermilcheis: wenig Fett und wenig Kalorien
Zutaten für 1,2 Liter Eis:
- 500 g Erdbeeren
- 120 g Zucker
- 1/4 l Buttermilch
- 3 El Zitronensaft
- 3 Eiklar
Erdbeeren pürieren, 80 g Zucker mit Buttermilch und Zitronensaft verrühren. Pürierte Erdbeeren unterrühren. Eiklar mit 40 g Zucker zu Eischnee schlagen und in die Erdbeermasse einrühren. Ins Eisfach stellen und während der Gefrierzeit öfters umrühren oder in der Eismaschine zubereiten.
www.gesundheit.de/ernaehrung/essstoerungen/uebergewicht-von-kindern/index.html
9 kleine Dinge mit großer Wirkung
Bewusst einkaufen
Kaufen Sie gesunde, ausgewogene Produkte, vollwertige Zutaten, frisches Obst und Gemüse, Süßwaren aus dem Bioladen und verzichten Sie auf Cola, Chips & Co.
Süssigkeiten einteilen
Bei der ewigen Lust auf Süßigkeiten helfen klare Regeln, etwa die Begrenzung auf eine Handvoll am Tag oder eine gewisse Menge für die ganze Woche, vielleicht in einer hübschen "Schatztruhe", die sich die Kinder dann selbst einteilen können.
Bewusst geniessen
Auch wenn es mal nur ein Fertiggericht aus der Tiefkühltruhe gibt: Servieren Sie es liebevoll auf hübschem Geschirr und essen Sie am gedeckten Tisch, so können sich alle von den Erlebnissen des Tages berichten. Als Beilgae einen frischen Salat zubereiten!
Ohne Ablenkung essen
Bewusst Essen ohne störende Eindrücke ist wichtig. Dafür muss selbstverständlich der Fernseher ausgeschaltet sein. Nur so können sich die Kinder ausreichend auf ihre Mahlzeit konzentrieren.
Das Auge isst mit
Ein einfacher Obstsalat kommt für viele im Vergleich zu einem bunt verpackten Schokoriegel oder Fertigdessert nicht so gut weg. Garnieren Sie ihn mit Beeren oder exotischen Früchten und mit einem Klecks Quarkcréme oder Schokostreuseln. Eine tolle Abwechslung sind Fruchtspieße: Obststücke auf kleine Holzspieße stecken.
Richtig trinken
Das Energiegleichgewicht kann auch durch eine falsche Getränkeauswahl gestört werden. Neben Limonaden und Cola-Getränken sind auch Eistees und Säfte sehr beliebt. Manche Kinder nehmen alleine durch Getränke einen Großteil ihres Energiebedarfs auf - bieten Sie daher öfter pures Wasser an. Mischen Sie Säfte konsequent mit Sprudel oder Tee und halten Sie den Fruchtsaftanteil möglichst niedrig.
Hungerattacken vorbeugen
Kommen Ihre Kinder vor Ihnen nach Hause, ist es wichtig, dass sie nicht ausgehungert auf sehr zuckerhaltige Snacks und fettige Konserven zurückgreifen können. Machen Sie es Ihren Kleinen so einfach und gesund wie möglich: Stellen Sie Lieblingsjoghurts, fettreduziertes Eis, leckeres Obst und Salzstangen für den Heißhunger bereit. Zeigen Sie den Kids, wie schnell mit Obst ein leckeres Müsli zubereitet oder ein Sandwich gemacht wird.
Erfolge feiern
Fördern Sie die Motivation und belohnen Sie die Anstrengungen ihrer Kinder mit Pluspunkten oder Smilies auf einer Liste, die am Küchenpinboard hängt. Gesammelte Punkte können dann gegen kleine Belohnungen eingetauscht werden.
Kleine Ziele setzen
Wichtig ist, dass Sie sich nicht zu viel auf einmal vornehmen. Fassen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind erreichbare Ziele ins Auge. Die positive Erfahrung "Ich hab's geschafft!" bringt die Lust und Energie zum Weitermachen.
Hotline für gewichtige Fragen
Eine kostenlose Expertenhotline bietet das Adipositas Netzwerk Rheinland-Pfalz: Montags von 16.00 bis 17.00 Uhr stehen Ärztinnen und Ernährungsfachleute für alle Fragen rund ums Thema zur Verfügung:
Tel. 0700/23476748
Geteiltes Leid ...
Manchmal tut es gut zu wissen, dass auch andere Ihre Probleme haben. Eine solche Möglichkeit zum Erfahrungsaus-tausch bieten Selbsthilfegruppen. Ohne Scheu können Betroffene ihre Schwierigkeiten und Ängste ansprechen und wie sie damit umgehen. Sollte es in Ihrer Nähe keine geeignete Selbsthilfegruppe geben, gründen Sie doch eine! Das ist gar nicht so schwer. Tipps und Adressen hält die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) parat:
www.nakos.de, Wilmersdorfer Str. 39, 10627 Berlin, Tel. 030/31018960
Nützliche (Internet)-Adressen
www.adipositas-rlp.de, Adipositas-Netzwerk Rheinland-Pfalz e.V., Große Langgasse 29, 55116 Mainz, Tel. 0700/23476748 oder 0700-adipositas
www.aid.de, Broschüren, Ernährungstipps, aid infodienst, Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V., Friedrich-Ebert-Straße 3, 53177 Bonn, Tel. 0228/8499-0
www.a-g-a.de, Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter, Vestische Kinder- und Jugendklinik, Universität Witten-Herdecke, Dr.-Friedrich-Steiner Str. 5, 45711 Datteln, Tel. 02363/975-0
www.dge.de, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Godesberger Allee 18, 53175 Bonn, Tel. 0228/3776-600
www.fke-do.de, Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund, Heinstück 11, 44225 Dortmund, Tel. 0231/79 22 10-0
www.bag-haltungundbewegung.de, Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V., Matthias-Claudius-Straße 14, 65185 Wiesbaden, Tel. 0611/37 42 09



