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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Interview mit Ursel Scheffler

Ursel Scheffler

AS: Hallo Frau Scheffler,
herzlichen Glückwunsch für Sie und natürlich Kommissar Kugelblitz zum 25-jährigen Jubiläum. Befindet sich eigentlich in den Unterlagen von KK auch ein Ordner mit der Aufschrift: Ungelöste Fälle?

US: Ja, der Fall „Wie macht man Lesemuffel zu  Leseratten“, aber ich komme der Lösung hoffentlich mit jedem Kugelblitz-Band ein bisschen näher.

AS: Seit 25 Jahren immer wieder neue Kriminalfälle. Überlegen Sie eigentlich lange, bis sie eine neue Geschichte schreiben oder fliegen Ihnen die Ideen nur so zu?

US: Das ist schon ein hartes Stück Arbeit und ehe ich zu Schreiben anfange, recherchiere ich und sammle meine Ideen in einem streng geheimen „Kugelblitz-Ordner“, viele Fälle sind wirklich passiert, da nehme ich die Anregungen aus dem Polizeibericht, aus der Zeitung… Einige Fälle (z.B. Moskitobande, Kürbisgeist und Silberspray) habe ich selbst erlebt.

Der Verlag hat sich zum 25. Dienstjubiläum etwas tolles einfallen lassen: es gibt einen super KK-Detektivkoffer mit Lupe, Fingerabdruckpulver, Dienstausweis, Buch, KK-Mütze, KK-Comic etc  und im Herbst eine einmalige TB-Mini-Ausgabe von Kugelblitz-Bänden.

AS: Wie entstand die Figur KK? Gab es tatsächlich existierende Vorbilder für den sympatischen Ermittler?

US: Ich wollte Krimis für Kinder schreiben, in denen nicht Kinder allein in gefährliche Situationen geschickt werden, sondern, in denen sie einem Profi helfen dürfen. Das erschien mir realistischer. Dazu brauchte ich  keinen Superhelden, sondern einen, der auch mal Fehler macht und Hilfe braucht. Witzig sollte er auch sein, damit die Kinder Spaß beim Lesen haben. So ist KK entstanden. Sein Aussehen verdankt er einem Obsthändler auf dem Münchner Viktualienmarkt. Ich begegnete dem sympathischen schnauzbärtigen Typ, der eine Obstkiste vor dem Bauch schleppte, als ich nach einer „Figur“ für KK suchte.

AS: Wird Kommissar Kugelblitz auch nach diesem erfreulichen Jubiläum weiter ermitteln oder denkt er langsam an Ruhestand?

US: Kugelblitz ermittelt weiter. Der nächste Fall wird vermutlich „Der Fall Rhinozeros“ heißen und dann gibt es da noch einen ungelösten Fall in Venedig. Außerdem ist Kugelblitz inzwischen in vielen Schulen zur Klassenlektüre geworden. Da gibt es sogar Rechengeschichten mit Kugelblitz.

AS: Natürlich stammen aus Ihrer Feder nicht nur KK Fälle sondern zahlreiche weitere Figuren, Reihen und Bücher, wie z.B. Upps, Ätze oder Paula.Haben Sie einen persönlichen Liebling?

US: Ich mag sie alle. Aber Kugelblitz begleitet mich nun seit 25 Jahren. Er ist auch auf jeder Reise dabei. Das ist schon etwas Besonderes.

AS: Gibt es etwas, was Sie durch Ihre Bücher vermitteln möchten oder wollen Sie einfach „nur“ unterhalten?

US: Speziell bei Kugelblitz möchte ich zeigen, dass man Spaß und Spannung in Kinderkrimis vermitteln kann, ohne Gewalt und Brutalität. Kugelblitz fuchtelt nicht mit dem Revolver, seine schärfste Waffe ist der Verstand, genau die Waffe, die die Kinder auch am nötigsten brauchen, um lebenstüchtig zu werden, nicht nur als Detektiv.

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AS: Wie sieht eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag bei der Autorin Ursel Scheffler aus?

US: Wieviel Zeit nimmt das Schreiben in Ihrem Leben ein?Im Augenblick nimmt Schreiben einen großen Teil meiner Zeit ein (meine drei Kinder sind inzwischen erwachsen und mein Mann schreibt auch Bücher). Jeden Morgen sitze ich am Schreibtisch. Doch ich schreibe nicht nur Bücher, es muss leider auch der übliche Bürokram erledigt werden und dann sind da auch noch die vielen Kinderbriefe, die beantwortet werden sollen.

AS: Arbeiten Sie momentan an einem neuen Projekt? Und über welche Neuerscheinung dürfen sich Ihre Fans demnächst freuen?

US: Es erscheinen demnächst neue Bilderbuchgeschichten (z.B. Der coole Anton, Diebe klingeln nicht etc), ich redigiere gerade bei großer Hitze eine Sammlung meiner Weihnachtsgeschichten, schreibe einen neuen Kugelblitz, habe eben eine neue Paula abgeliefert, arbeite an einem Drehbuch für ein Musical, und versuche eine längere Geschichte, an der ich seit vielen Jahren arbeite, fertig zu bekommen.

AS: Gibt es etwas, was Sie unseren LeserInnen – ganz besonders den Eltern – raten und ans Herz legen möchten?

US: Vor dem Lesen kommt das Vorlesen. Gemeinsame Lesezeit ist wichtig und gemeinsam mit Kindern über einem Buch verbrachte Stunde ein kostbarer Schatz.

AS: Zum Abschluss noch ein paar persönliche Fragen:

Ihre Lieblingsfarbe ist…?

US: Das hängt von der Stimmung und den Gegenständen ab. Meist rot. Roter Mini, roter Mantel, rote Schuhe, Wände im Arbeitszimmer sind sonnengelb, Am Strand und in Bayern mag ich weiß blau

AS: Ihr Lieblingstier…?

US: alles was Fell hat. Unser Hund ist leider in den ewigen Jagdgründen.

AS: Ihr Lieblingsbuch oder Autor …?

US: viel zu viele, leider komm ich fast nur im Urlaub zum Lesen. Gegen Flugangst lese ich spannende Krimis, sonst viel über Geschichte und andere Länder und Leute.

AS: Ihre Hobbys sind…?

US: Kaum Zeit für Hobbys…Reisen, Fotografie, Lesen, Radfahren und Laufen sooft es geht, Freunde treffen (dafür bleibt leider kaum Zeit).

AS: Ihren Urlaub verbringt sie am liebsten…?

US: auf Reisen in fernen Ländern

AS: Das mag Ursel Scheffler überhaupt nicht…?

US: Spinnen, Nacktschnecken, Angeber, Intoleranz, Humorlosigkeit, Egoismus, Gewalt (auch in Fernsehsendungen!!!), Knoblauch, die Farbe lila, feucht-kaltes Wetter, Halsschmerzen und Kinder die sich immer vordrängeln, Erwachsene, die von Stress reden und nichts dagegen tun.

AS: Und das ist Ursel Scheffler wichtig…?

US: Frieden, Freundschaft, Toleranz, Füreinanderdasein

AS: Liebe Frau Scheffler, vielen Dank für das Interview und einen lieben Gruß an Kommissar Kugelblitz.

US: Kugelblitz grüßt zurück, er ist gerade in wichtigen Ermittlungen mit dem Vaporetto auf dem Canale Grande in Venedig unterwegs und  trifft gleich seinen Kollegen Brunetti zu einem Capuccino. Wo darf ich nicht sagen, das ist natürlich streng geheim. Pommes ist übrigens gerade wieder mal verliebt, Sonja Sandmann hat einen neuen Freund und Zwiebels Zwillinge sind unausstehlich weil sie Masern haben.
Herzliche Grüße aus Hamburg, Ursel Scheffler

Das Interview führte Antje Szillat im Juli 2007

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