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Rein ins närrische Treiben! - Fastnachtsbräuche und wie man sie feiert

 

Karneval, Fastnacht, Fasnet, Fasching, Kehraus – jede Region hat ihren eigenen Namen für die närrischen sechs Tage am Ende des Winters. Und in jeder Gegend feiert man sie auch ein bisschen anders.

 

In Baden-Württemberg und Teilen von Bayern, in Vorarlberg, in der Schweiz und im Elsass ist die Heimat der ursprünglichen schwäbisch-alemannischen Fasnet. Prunkvoll geschmückte Wagen wie man sie aus den Fernsehübertragungen der großen Umzüge im Rheinland kennt, sucht man hier vergeblich. Doch dafür sieht man wilde Gestalten in urigen Lumpenkostümen und altertümlichen Holzmasken, die oft über Generationen vererbt werden. Viele dieser Masken stellen Tiere dar – und die wiederum biblische Laster: Der Esel zum Beispiel steht für Faulheit, der Drache für Neid, der Fuchs für Geiz und der Bock für Unkeuschheit. Aber auch schaurige Hexen, dämonische Teufel und hintersinnige Narren treiben ihr Unwesen und lärmen mit Schellen, Trommeln und Holzklappern.

 

Von Hexen und Funkenmariechen

Bei der allemannischen Fasnet sind die Ursprünge der Fastnacht noch deutlich zu erkennen. Ihre Wurzeln haben die Festivitäten in uralten heidnischen Bräuchen: Durch Maskierungen und Tänze suchten die Menschen die Nähe zu ihren Göttern. Nach den langen, kalten Monaten hatten die Menschen Sehnsucht nach dem Frühling. Mit dem Lärm sollte der entbehrungsreiche Winter mitsamt seinen bösen Geistern vertrieben werden, damit Wärme, Licht und Fruchtbarkeit wieder Einzug halten konnten – schließlich mussten die Bauern ja wieder die Felder bestellen.

 

Prunkvoller geht es im rheinischen Karneval zu: Bälle, Sitzungen und natürlich die berühmten Umzüge ziehen viele Menschen an. In Mainz, Köln und Düsseldorf wird gesungen, geschunkelt und getanzt, die Funkenmariechen lassen ihre Beine in die Luft fliegen, und von den Umzugswagen fliegen die Kamellen und „Strüsje“. Den Ursprung der Umzüge vermuten manche Brauchtumsforscher in den römischen Saturnalien, einem mehrtägigen Fest zu Ehren des Gottes Saturn. Mit Fellen verkleidet zogen die Männer durch die Straßen und trieben derbe Späße. Das Wichtigste aber war die Aufhebung der Standesunterschiede an diesen Tagen: Die Sklaven wurden an diesem Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt, manchmal sogar von ihnen bedient. Außerdem wurde ein Saturnalienfürst, der manchmal auch „rex bibendi“ (König des Trinkens) genannt wurde – ein Indiz für den starken Weinkonsum während der Saturnalien.

 

Schlemmen und tanzen

Wie so viele heidnische Bräuche und Rituale integrierte die Kirche auch das winterliche Treiben in ihren Kalender und legte die ursprünglich nur 3-tägige Fastnacht unmittelbar vor die vorösterliche Fastenzeit. Die ausgelassene Fastnacht – das Treiben ist in unserem Kulturraum spätestens seit dem 13. Jahrhundert belegt – wurde zum Gegenpol der asketischen Fastenzeit, einer Zeit der Einkehr und des Verzichts. Die Verkleidungen und Umzüge gaben den Menschen auch kleine Freiheiten. Hinter ihren Masken konnten sie tanzen, feiern und ihrer Meinung auch einmal freien Lauf lassen. Ansonsten wachten ja Kirche und Adel streng darüber, dass die Untertanen nicht auf aufmüpfige Ideen kamen. Auch das leibliche Wohl kam in der Faschingszeit seit jeher nicht zu kurz. Schon immer hat man üppig geschlemmt, denn man wollte alle verderblichen Lebensmittel vor der bevorstehenden 40tägigen Fastenzeit verbrauchen. Fleisch, Eierspeisen, Frittiertes, süße Leckereien – bevor am Aschermittwoch dann alles vorbei war, wurde verspeist, was die Vorratskammern nach dem Winter eben noch hergaben

 

Jenseits der Alpen

Der berühmte Karneval in Venedig hat einen ähnlichen Ursprung. Vor 900 Jahren wurde er zum ersten Mal erwähnt. Auch jenseits der Alpen feierten die Menschen den Frühling herbei und ersuchten ihre Götter um Glück und Fruchtbarkeit. Klassenunterschiede wurden kurzzeitig außer Kraft gesetzt – im Schutze der Kostüme und Masken waren Arm und Reich gleich. Prunkvolle Kostüme und aufwändige historische Masken prägen das Bild noch heute. Lässt man den Trubel auf den großen Plätzen hinter sich und taucht in das Gewirr der engen Kanäle und Gassen ein, kann man die eine oder andere maskierte Gestalt im Nebel um die Ecke huschen sehen – und fühlt sich um einige Jahrhunderte zurückversetzt.

 

 

Fastnachtsbräuche

Hier sind noch viele Traditionen lebendig:

 

Rottweiler Narrensprung: Am Fasnetsmontag und Fasnetsdienstag finden große Umzüge, die so genannten Narrensprünge, statt. Viele tausend Narren tragen dazu historische Fasnetsgewänder. www.rottweil.de

 

Freiburger Fasnetumzug am Rosenmontag, www.frsw.de/Freiburg-fasnet.htm

 

Basler Fasnacht: Die „drey scheenschte Dääg“ finden in Basel erst eine Woche nach der im katholischen deutschsprachigen Raum verbreiteten Fastnacht statt, nämlich vom 11. bis 13. Februar 2008. Den Auftakt bildet der berühmte Morgenstraich. In den frühen Morgenstunden strömen Scharen von Maskierten zusammen. Sie tanzen im Trommelschritt als Höllengeister, Dämonen und Kobolde durch die Gassen und tragen kleine Laternen auf den Köpfen. Anschließend trifft man sich in Gaststätten, wo traditionell Mehlsuppe und Zwiebelwähe (Zwiebelkuchen) serviert werden. www.basel.ch/de/kultur/fasnacht

 

Salzburger Perchtenlaufen: In den Tagen um den Jahreswechsel beginnt im Salzburger Land das Perchten- und Raunachttreiben, das oft nahtlos in die Faschingsfeiern übergeht. Wild verkleidete Männer mit Fackeln, Glocken und Schellen toben durch die Straßen, vertreiben die Dämonen des Winters und erschrecken furchtsame Mitbürger. www.salzburg.info/veranstaltungen

 

Blankenheimer Geisterzug: Der Höhepunkt der Karnevalsfeiern in dem Eifelstädtchen Blankenheim ist der traditionelle Geisterzug am Fastnachtssamstag. In Laken gehüllte Gestalten mit hörnerartigen Zipfeln am Kopf bewegen sich unter den Klängen des eigenartigen Juh-Jah-Marsches tanzend und springend durch die Gassen. Sie tragen lodernde Pechfackeln und die Stadttore sind durch eine bengalische Beleuchtung gespenstisch erleuchtet. www.eifeltour.de

 

Dammer Karneval: Eine Woche vor den Karnevalshochburgen feiert man im niedersächsischen Damme. Seit 1614 formieren sich am Sonntag und Montag rund fünftausend Narren zu einem bis zu fünf Kilometer langen Umzug. Die Dammer Umzüge gelten als die fantasievollsten und größten in Norddeutschland. Jedes Jahr kommen sechzig- bis neunzigtausend Besucher. www.dammer-carnevla.de

 

Wer mehr über Fasching, Fastnacht und Karneval wissen möchte: Im „Deutschen Fastnachtmuseum“ im unterfränkischen Kitzingen wurde alles zusammengetragen, was man über die Entstehung des Volksbrauchs und die Festkultur finden konnte. Das Museum ist in zwei Gebäuden untergebracht, im Falterturm und in der Rosenstraße 10, und ist das ganze Jahr am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. www.kitzingen.info

 

 






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