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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Sinnesspiele – Draußen und Drinnen mit allen Sinnen!

Sinnesspiele – Mit einfachen Übungen die Sinne erwecken und mehr erleben

Hier stellen wir Ihnen einfache Spiele, Übungen und Möglichkeiten vor, mit denen Sie alle fünf Sinne und Neugierde Ihres Kindes anregen und entwickeln – und vielleicht auch Ihre eigenen. Einiges davon können sie ganz einfach in den Alltag integrieren.

Text: Karin Katz, Illustrationen: Andrea König

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Sinnesspiele Sehen

Visuelle Reize sind vielfältig: Farben, Formen, Strukturen, Licht und Schatten, etc. ­ Dennoch sehen wir viele Dinge, ohne wirklich hinzuschauen. Hier finden Sie verschiedene Spiele und Übungen mit denen Ihre Kinder und Sie das Sehen neu entdecken können:

– Sinnesspiele, wie “Ich seh’ etwas was Du nicht siehst” eignet sich gut um z. B. eine Wartezeit am Bahnhof, an der Bushaltestelle zu verkürzen und Langeweile zu vertreiben. Picken Sie abwechselnd mit ihrem Kind einen Gegenstand in einer bestimmten Farbe aus ihrer Umgebung heraus und sagen: Ich seh’ etwas was Du nicht siehst und das ist das ist… (gelb, rot, blau etc.). Der andere muss den Gegenstand erraten ­und dabei natürlich die Umgebung und die verschiedenen Farben der Dinge genau betrachten.

– Einen “Sachensucherspaziergang” machen und die schönsten Fundstücke von unterwegs in einem Setzkasten aufbewahren. Suchen Sie z. B. nach einem „Schulwegschatz“, einer kleine Blume, die am Straßenrand blüht, einem Schneckenhaus, einer verrosteten Schraube etc. Solche kleinen Entdeckungen können auch der Anfang von wundervollen Geschichten sein!

– Regelmäßig, vielleicht einmal im Monat, eine kleine Fotosafari unternehmen und die schönsten Bilder in ein Album kleben oder in einem “Scrapbook” verarbeiten.

– Einmal pro Woche eine Zeichenstunde einlegen, indem Sie mit ihrem Kind einen Gegenstand oder ein kleines Stilleben abzeichnen. Gut zeichnen hat viel mit gutem Beobachten und Erfassen zu tun. Es kommt dabei nicht darauf an, ein Kunstwerk herzustellen, sondern empfänglich zu werden für die Schönheit der Welt, Kontakt herzustellen.

– Auf Spaziergänge eine Lupe oder ein Fernglas mitnehmen, und kleine Insekten, Blätter, Samen und Blüten vergrößert betrachten.

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Sinnesspiele Hören

Hören hilft uns, uns in der Welt zurechtzufinden. Da wir aber selektiv wahrnehmen, sind uns viele Geräusche aus unserer Umgebung gar nicht bewusst. Lassen Sie sich mit Ihren Kids auf die folgenden Übungen ein, um das Hören mal wieder ganz intensiv zu erleben:

– Nachtwanderung: Wer weniger sieht, hört dafür umso mehr. Die Natur wirkt ganz anders in der Nacht und verschafft andere Eindrücke als am Tag.  Besonders interessant sind geführte Nachtwanderungen, z. B. mit geschulten Leuten vom Natur- oder Vogelschutzbund die helfen, gezielt auf Vogelstimmen oder andere Dinge zu achten und wissen, zu welchem Tier sie gehören. Ab fünf Jahren.

– Ab und zu gezielt einen stillen Raum besuchen, z. B. eine Kirche oder eine Bibliothek und auf die Stille achten. Besonders intensiv wirkt es, bei einem Stadtbummel aus dem Lärm des Verkehrs und der Geschäftsstraßen in einen solchen Raum zu treten.

– Zusammen ein Hörspiel aufnehmen und Alltagsgeräusche nachahmen, z. B. Tierstimmen, Hufgetrappel, Autohupen etc.

– ein Geräusch-Memory basteln: Leere Filmdosen paarweise mit verschiedenen Materialien füllen: Reis, Erbsen, Steine, Sand, Watte usw. Inhalt auf dem Dosenboden notieren, Geräusche durchhören. Dosen mischen und zusammengehörende Paare „erlauschen“. Zwar konzentrieren sich Kinder auf das Hören, gleichzeitig verknüpfen sie aber auch das Gehörte mit dem Aussehen des Inhalts der einzelnen Döschen. Fördert Phantasie und Kombinationsvermögen. Ab vier Jahren.

– Zu Hause nicht nur das Radio anschalten, sondern Musik gezielt auswählen, z. B. aus verschiedenen Kulturkreisen und Stilrichtungen, um öfter eine neue Hörerfahrung zu machen. Klassische Musik z. B. kann sogar beim Lernen unterstützen.

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Sinnesspiele Riechen

Sinnesspiele: Das duftet aber gut! oder: Pfui, das stinkt! Gerüche nehmen wir oft nur dann wahr, wenn wir sie besonders angenehm oder unangenehm finden. Was Riechen bedeutet merken wir oft erst dann, wenn es einmal ausfällt, z. B. bei einem Schnupfen. Auf einmal schmeckt das beste Essen nicht mehr, denn das Riechen ist der Partner des Geschmacks. Versuchen Sie mal, etwas mit zugehaltener Nase zu kosten!

– Einem Kind die Augen verbinden, und verschieden Dinge zu schnuppern geben.

– Im Wald oder im Garten auf Gerüche achten, Blätter zerreiben und daran riechen, viele haben einen eigentümlichen und intensiven Geruch, z. B. Wallnussblätter oder Tomatensträucher

– Ein Schaumbad mit duftenden Zusätzen machen – bieten sie verschiedene Düfte an und finden sie den Lieblingsduft ihres Kindes heraus.

– Nachtfalter-Spiel: : Mehrere Kinder in zwei Gruppen unterteilen, die einen sind Weibchen, die anderen Männchen. Die Weibchen reiben sich mit einem Duftöl oder mit einem Parfum ein und verstecken sich in der Nähe. Die „Männchen“ bekommen das Duftfläschchen in die Hand und versuchen, das passende Weibchen zu erschnuppern.

– Eine Duftlampe oder Duftkerze aufstellen um Entspannung oder Konzentration zu fördern oder einfach, um einen guten Duft zu genießen.

– Sicher kennen Sie auch Gerüche, die Sie sofort in eine alte Erinnerung zurückversetzen? Ein Parfüm? Der Duft einer Blume oder eines Baumes? Vielleicht finden Sie heute einen solchen Geruch, mit dem Sie sich auf eine Kurzreise in vergangene Zeiten versetzen und ihrem Kind davon erzählen können.

-Gerüche sind starke Erkennungszeichen. Sie erkennen eine Person oft an ihrem Parfüm, noch bevor Sie sie sehen. Manche  Geschäfte haben einen ganz eigenen Geruch, z. B. eine Reinigung oder ein Kaffeegeschäft, aber auch ganze Stadtviertel oder Jahreszeiten zeichnen sich durch bestimmte Gerüche aus. Nicht umsonst sagt man z. B. “der Frühling liegt in der Luft!. Suchen Sie nach solchen Erkennungsgerüchen.

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Sinnesspiele Schmecken

Essen ist für uns alle ein vertrauter Genuss. Aber wirklich bewusst erleben wir unseren Geschmackssinn eher selten. Wir salzen und würzen kräftig nach, um so süßer um so besser und je schärfer, desto lieber. Hier kann es sinnvoll sein, sich einmal durch ganz bewussten Verzicht von Würz- oder Süßmitteln wieder neu für eine feinere Geschmackswahrnehmung zu sensibilisieren. Hier finden Sie Übungen, mit denen Sie einmal ganz bewusst auf Ihren Geschmackssinn achten können:

– Mindestens einmal pro Woche ein neues Gericht zubereiten. Die Kindermüssen raten, was für Zutaten verwendet wurden.

– Eine Wasserprobe machen. Verschiedene Wassersorten auf dem Tisch aufstellen und probieren. Welches Wasser schmeckt am besten und warum?

-Zusammen mit den Kindern eine Sauce zubereiten und eine Zutat nach der anderen dazugeben, Nach jeder Zugabe fragen – wie schmeckt es jetzt? Was hat sich verändert? Was fehlt noch? So lernen Kinder auch nebenbei kochen!

-Eine Sache in verschiedener Konsistenz zubereiten, z. B. einen Apfel oder eine Karotte: Ganz, in Stücken, gerieben oder als Mus. Wie schmeckt es am besten, was ist anders?

– Das Auge isst mit, heißt es. Verbinden Sie sich abwechselnd mit ihren Kind die Augen und füttern sie sich gegenseitig mit kleinen Happen, ohne das Sie wissen, was Ihnen angeboten wird. Nehmen Sie wahr, wie ungewohnt selbst bekannte Speisen wirken, wenn Sie sie vorher nicht sehen.

Sinnesspiele Gleichgewicht

Wir alle haben den sechsten Sinn: den Gleichgewichts

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Sinnesspiele Fühlen

Das Fühlen ist ein ganz elementarer Sinn für uns alle. Die Haut, als Sitz unseres Tastsinnes, ist unser größtes Organ und immer sind wir in Kontakt zu etwas – sei es der Stoff der Kleider, die wir tragen, die Unterlage auf der wir sitzen oder die Dinge die wir berühren. Gewöhnen Sie sich an, öfters auf diese Wahrnehmungen zu achten. Öffnen Sie sich und Ihre Kinder mit den folgenden Übungen für ein bewusstes Erspüren:

-Barfußpfad: im Garten einen eigenen Pfad anlegen, indem Sie verschiedene Materialien aneinander reihen, z. B. Terakottaplatten, Platten mit Kieselsteinen, ein Stück mit runden Flusskieseln, Tannennadeln, Sand, Zweige. Mit geschlossenen Augen drüber- und durchstapfen, dabei versuchen, die Materialien zu erraten: Regt den Tastsinn an und schult die Fähigkeit, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Oder einen öffentlicher Barfußpark besuchen, z. B. in Bad Sobernheim

-Sich gegenseitig etwas mit den Fingern auf den Rücken schreiben oder zeichnen – der andere muss raten, um welche Figur oder um welches Wort es sich handelt.

-Mit geschlossenen oder verbundenen Augen verschiedene Materialien in einem Korb ertasten und raten, was es ist.

-Sich mit Körperfarben bemalen oder im Sommer mit Lehm oder Sand.

-Ein Fühlalbum basteln: Oberflächen mit verschiedener Struktur suchen, zu Formen ausschneiden und in ein Buch kleben, vielleicht eine kleine Geschichte dazu ausdenken.

-Legen Sie sich auf den Bauch und lassen Sie eine andere Person verschiedene Gegenstände über Ihren Rücken streichen. Können Sie erraten, um welche es sich handelt? Alternativ können Sie sich auch mit geschlossenen Augen unterschiedliche Gegenstände in die Hand geben lassen und dann raten, was es ist.

– Lernen heißt auch „begreifen“. Lernen Sie heute einmal etwas durch Anfassen – z.B. wie die Muskeln Ihres Beines sich bei bestimmten Bewegungen verändern. Lernen durch ertasten kann sehr spannend sein!

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Sinnesspiele Gleichgewichtssinn

Mit Hilfe des Gleichgewichtssinns koordinieren wir unsere Bewegungen, entwickeln unser Körpergefühl – und damit auch das Denk- und Konzentrationsvermögen.

Das Gleichgewichtsorgan sitzt im Ohr und ist eng mit dem Hören verbunden. Töne gehen nicht nur ins Ohr, sondern auch direkt in die Muskeln. So nehmen Kinder eine Musik als Ton und als Rhythmus wahr – und beginnen mit dem Fuß zu wippen oder zu tanzen.
Mit einfachen Übungen wie auf einem Bein stehen oder hüpfen, über Bänke und Baumstämme balancieren oder auf einem Trampolin springen kann man den Geleichgewichtssinn fördern und entwickeln.

 

Tipp: Das Phänomania Erfahrungsfeld

Auf über 1500 qm bietet sich dem Besucher an über 80 Stationen die Möglichkeit zu forschen, zu entdecken und zu staunen. Unsere interaktive Ausstellung ist ein freizeit- und erlebnispädagogisches Angebot der besonderen Art. Hier können Kinder und Erwachsene jeden Alters auf Entdeckungsreise gehen und lernen, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen.Seit 2006 ist auch Phänomania ein Bestandteil des Erfahrungsfeldes. Hier kann man der Naturwissenschaft auf den Grund gehen. An interaktiven Stationen gilt es Gesetzmäßigkeiten die uns täglich umgeben kennen zu lernen und zu erforschen. So können Sie z.B. die Schwerelosigkeit erleben, in die Unendlichkeit schauen oder auf festem Boden das Gleichgewicht verlieren.

Phänomania Erfahrungsfeld
Am Handwerkerpark 8 – 10
45309 Essen
Telefon 0201 – 30 10 30, www.phaenomania.de

Erfahrungsfeld der Sinne
Schloss Freudenberg
65201 Wiesbaden
Telefon 06 11 – 41 101 41
www.schlossfreudenberg.de

Buchtipps:
Andrea Erkert: Die 50 besten Wahrnehmungsspiele
Don Bosco Verlag, 5,00 Euro

Regina Bestle-Körfer, Annemarie Stollenwerk: Sehen, hören, schmecken… Mit Kindern alle Sinne entdecken
Christophorus-Verlag, 14,90 Euro

Veronika Straaß: Mit Kindern die Natur entdecken
blv Verlag, 14,95 Euro

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