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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Optimistische Kinder – 6 Wege zum Glück

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So kommen Kinder auf die Gewinnerseite!

Ist Dein Glas halb voll oder halb leer? Erwartest Du immer eher das Beste oder das Schlimmste von einer ungewissen Situation? Wenn Du selbst eine negative Haltung verinnerlichst, ist es wahrscheinlich, dass Dein Kind diese übernimmt. Genau wie Deine Art zu reden und zu denken. Kinder zu haben ist eine Chance, unsere Werte und Annahmen kritisch zu überprüfen – und vielleicht einige Dinge anders zu machen!

Text: Karin Katz, Fotos: Pixabay

„Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich!“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Kinder von optimistischen Eltern haben es einfach leichter,  selbst zum Optimisten zuwerden, als solche von chronischen Schwarzsehern. Was tun, wenn man nicht zu den glücklichen Wesen gehört, die von Natur aus immer das Beste von sich und dem Leben denken?

Nicht verzagen – Optimismus und positives Denken kann man trainieren! Eine bewährte Methode besteht darin, positive Affirmationen zu benutzen: „Ich kann das!“ Wer diesen oder ähnliche Sätze verinnerlicht, wird sich selbst überraschen. Denn wer sich selbst und seine Fähigkeiten positiv einschätzt, hat einfach mehr Erfolg im Leben.

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1. ERWARTE STETS DAS BESTE!

Wenn Du erwartest, dass Dein Kind Angst vor dem Leben hat, dann wird es die auch haben. Die Kraft der Erwartung ist erstaunlich – und unsere Erwartungshaltung beeinflusst unsere Realität, das wurde sogar wissenschaftlich bestätigt. Die Neurowissenschaftlerin Sara Bengtsson z. B. wollte herausfinden, wie die Erwartungshaltung Fähigkeiten beeinflusst. In einem Test mit Studenten wurden die Teilnehmer mit zwei Gruppen von Worten eingestimmt: positive und negative. Worte wie dumm, ignorant und Worte wie intelligent, schlau, clever. Interessant war: die positiven Worte führten zu besseren, die negativen zu schlechteren Testergebnissen.

Durch ebensolche „Einstimmungen“ in der Kindheit bekommen viele von uns eine negative Prägung. MancheEltern oder Lehrer vermitteln dem Kind, ohne es zu wollen, dass es dumm sei oder unsportlich, dass es nicht zu den Besten gehöre, dass das Leben Arbeit und Mühe bedeute. In Wahrheit bewirkt aber nicht das, was in der Außenwelt geschieht, sondern unsere innere Einstellung, ob wir uns gut oder schlecht fühlen. Professor Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania stellt fest: „Glückliche Menschen haben genauso viel Pech wie andere, sie gehen nur anders damit um. Sie fragen beispielsweise nicht: Warum passiert mir das? sondern: Wozu ist das gut? Das gilt selbst bei tragischen Ereignissen.

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2. HAB KEINE ANGST VOR FEHLERN!

„Der größte Fehler, den man im Leben machen kann, ist der, sich ständig vor Fehlern zu fürchten.“, sagte der Autor Elbert Hubbart. Wenn Dein Kind einer Schwierigkeit begegnet, sei nicht sofort zur Stelle, um ihm die Steine aus dem Weg zu räumen. Stattdessen ermutige es, für sich selbst eine Lösung zu finden. Wenn es nie die Chance hat, Fehler zu machen, wird es nicht lernen, Dinge nochmal von Neuem zu versuchen. Es wird immer darauf warten, dass jemand kommt und die Kartoffeln aus dem Feuer holt.

Die Erfahrung, Hindernisse zu überwinden und mit Problemen fertig zu werden, ist wichtig, um Glauben an sich selbst zu entwickeln. Versuche stets, die Unabhängigkeit Deines Kindes zu fördern. Diese Einstellung ist nicht immer bequem, denn sie erfordert zu akzeptieren, dass nicht immer alles glatt läuft. Lass’ Dein Kind selbst herausfinden, wenn der rechte Schuh am linken Fuß sitzt – auch wenn es dann erst mal stolpert.

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3. GEFÜHLE ZULASSEN!

Ganz wichtig für uns Eltern ist es, Kindern zu helfen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Moderne Eltern haben die Tendenz, ihre Kinder möglichst von allem abzuschirmen, was schlecht ist  – in der Welt oder im eigenen Inneren. Aber gerade durch diese Haltung wird die Neigung zu Depressionen und Fehlschlägen verstärkt. Wenn etwas Unangenehmes passiert, wird ein Kind, das nicht gelernt hat, mit seinen Gefühlen umzugehen, sich unfähig fühlen, die Situation zu bewältigen. Es wird in einen Strudel negativer Gedanken und Erwartungen gerissen. Kinder, die gelernt haben, auch negative Gefühle anzunehmen, haben eine realistischere Einstellung zu den Höhen und Tiefen des Lebens.

Hilf ihm, seine Gefühle kennenzulernen, indem Du häufig darüber sprichst. Was fühlt es genau? Ärger, Trauer? Kinder, die gelernt haben, dass man auch schlechte Gefühle annehmen kann, obwohl man sie deshalb nicht gut finden muss, können diese auch loslassen. Ein guter Trick ist z.B., nicht zu sagen: „Ich ärgere mich!“, sondern „Etwas in mir ist ärgerlich.“ So stellen wir klar, dass wir selber größer sind als das Gefühl. Eine gute Voraussetzung, mit schwierigen Situationen im Leben fertig zu werden.

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4. KRITISIERE –ABER KONSTRUKTIV!

Wer seinem Kind sagt, daß es etwas falsch gemacht hat, macht noch lange keinen Pessimisten aus ihm. Wichtig ist aber, die Kritik immer konstruktiv anzubringen. „Sie sollten immer einen negativen Zustand kritisieren, nicht eine schlechte Eigenschaft, sagt Entwicklungspsychologin Linda Blair. Wenn Sie mit den Worten beginnen „Du bist …“ dann kritisieren Sie das Kind, nicht das, was es getan hat.

Wenn Du z. B. beobachtest, dass Dein Kind linkisch aussieht, wenn es rennt, sag nicht „Du bist so unbeholfen“, sondern stattdessen „Ich habe beobachtet, dass es heute komisch aussah, als du gerannt bist – vielleicht passen deine Schuhe nicht richtig? Wir lassen das ausmessen im Schuhladen.“ Auf diese Art suggerierst Du Deinem Kind nicht, dass es selbst fehlerhaft sei, sondern dass sein momentanes Problem eine Ursache hat, die sich beheben lässt. Wenn es, um beim Beispiel zu bleiben, doch nicht an den Schuhen liegt, dann braucht das Kind vielleicht einen Besuch beim Orthopäden, oder Ballettunterricht, um Gleichgewicht und Koordination zu trainieren.

Der Schlüssel ist, das Kind nicht in eine Schublade zu stecken und mit einem Etikett zu versehen. Diese lösungsorientierte Art zu denken ist sehr wichtig –auch was unser eigenes Leben betrifft.

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5. PFLEGE FREUNDSCHAFTEN

Gute Freunschaften gehören zum Besten, was das Leben zu bieten hat und helfen uns, so manches emotionale Tief gut zu überstehen. Schön, wenn Dein Kind in einem gastfreundlichen Haus aufwächst und von klein auf erlebt, wie schön es ist, Gutes und Schlechtes mit lieben Freunden zu teilen. Noch schöner, wenn es auch selbst problemlos andere Kinder zu sich einladen darf. Keine Angst, wirkliche Mehrarbeit bedeutet das nicht – denn Du hast es schon bemerkt: wenn jemand zum Spielen da ist, hat man mehr Zeit für sich!

Optimisten haben für gewöhnlich viele Freunde und Spaß daran, neue Menschen kennenzulernen. Gute Beziehungen zu anderen Menschen können Glücksempfinden und Selbstvertrauen beträchtlich stärken. Falls Sie selbst aber zu den eher introvertierten Menschen gehören: Keine Angst! Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Menschen zu kennen, sondern darauf, stabile und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.

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6. FINDE DEN „FLOW“

Möchte Dein Kind tanzen, Klavier spielen oder Zaubertricks lernen, Insekten beobachten, Experimente machen oder Geschichten erfinden? Unterstütze es dabei. Kinder entwickeln sich gut und bekommen ein starkes Selbstvertrauen, wenn sie die Möglichkeit haben, die ureigenen Talente und Fähigkeiten zu entdecken und auszuleben. Darin besteht eine der wichtigsten Aufgaben der Eltern. Der Schule gelingt es oft nicht, Kinder individuell zu fördern. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gibt Selbstvertrauen und Selbstvertrauen führt zu einer optimistischen Lebenshaltung.

Glückliche Menschen gehen einer Tätigkeit nach, die ihnen Spaß macht und bei der sie ihre Talente einbringen können. Arbeit, die wir gerne tun und bei der wir uns gut fühlen mobilisiert das körpereigene Glückshormon Serotonin. Professor Mihaly Csikszentmihályi von der Universität Chicago, der seit über 30 Jahren in der Glücksforschung arbeitet, hat dafür den Begriff „Flow“ geprägt. „Flow“ entsteht, wenn sich Fühlen, Wollen und Denken in harmonischer Übereinstimmung befinden. Wir vergessen die Zeit und handeln mühelos und voller Freude. Flow-Zustände können bei vielen Tätigkeiten entstehen: bei der Arbeit, beim Ausüben von Hobbies, beim Sport, bei Unternehmungen mit Freunden und ja, manchmal sogar bei der Hausarbeit!