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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Kreative Kinderzimmer

Kreative Gestaltung von Kinderzimmern

Foto: ©istock.com/SolStock
Foto: ©istock.com/SolStock

Für die Planung und Gestaltung von Kinderzimmern gibt es interessante Ansichten aus der Architekturpsychologie. Im Vordergrund steht, dass sich das Wohlbefinden der jüngsten Familienmitglieder auf das gesamte Familienleben auswirkt. Architekturpsychologen raten dazu, die übliche Raumaufteilung zu überdenken.

Was ist Architekturpsychologie?

Die Architekturpsychologie befasst sich mit der Wirkung von Bauwerken auf Menschen. Dabei wird das Erleben und das Verhalten der Bewohner in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt. In Deutschland gibt es nur eine kleine Gruppe von Architekturpsychologen. Knapp 20 Forscher befassen sich mit dem Thema. Dazu gehören Rotraud Waldner und Antje Waterholter. Die Kombination von Architektur und Psychologie wirft im Erstkontakt Fragen auf und nicht selten wird Architekturpsychologie als Hokuspokus abgetan. Doch das ist es mitnichten. Architekturpsychologie geht bei der Raumplanung vom Menschen aus – die nähere Betrachtung lohnt sich ohne Zweifel.

Kindermeinung berücksichtigen

Empfehlenswert ist, Kindern genau zuzuhören, wenn Sie Ihre Wünsche zum Wohnen äußern. Zwar sind Kinder heutzutage stärker an der Gestaltung einer Wohnung beteiligt als früher, doch für viele Familien zählt die Meinung der Kinder nicht, wenn es um die Raumaufteilung oder Farbgestaltung geht. Eltern neigen dazu, die gesamte Wohnung inklusive Kinderzimmer weiß zu streichen. Die Farbpsychologie sagt jedoch, dass Blau den Schlaf begünstigt. Rot hingegen kitzelt die Kreativität heraus. Das darf ruhig in Kinder- und Spielzimmern Berücksichtigung finden, meinen Architekturpsychologen.

Kinder sollten zumindest Mitspracherecht bei der Einrichtung ihres Zimmers haben. Wenn sie schon nicht die Wandfarbe bestimmen dürfen, sollte zumindest Rücksicht auf ihre Wünsche hinsichtlich der Textilien genommen werden.

Die Stimmung in einem Zimmer wird dadurch beeinflusst,

  • welche Farbe Bettwäsche hat
  • welcher Teppich auf dem Boden liegt und
  • wie Vorhänge farblich und den Stoff betreffend gestaltet sind.

Eltern sollten ihren Kindern großzügig Spielraum gewähren. Eine Perspektive ist, den Kindern eine Auswahl von passenden Kinderteppichen, Vorhängen und Bettwäsche vorzuschlagen. Eine Auswahl zur Ansicht und zur Inspiration findet man zum Beispiel im Shop von Erwin Müller. Aus diesem Angebot dürfen sie dann auswählen. Damit beziehen Eltern ihre Kinder ein, die sicherlich gerne ihren Teil zur Einrichtung ihres Refugiums beitragen.

Kinder wissen, was ihnen gut tut

Sollten Eltern sich tatsächlich an der Meinung ihrer minderjährigen Kinder orientieren, wenn sie ein Kinderzimmer einrichten? Fest steht, dass die Faktoren Bewegungsfreiheit und Rückzugsmöglichkeiten oben auf der Liste der Kinderwünsche rangieren. Doch Bewegungsfreiheit impliziert genügend (Kinderspiel-) Fläche und das steht meist im Gegensatz zu dem, was Eltern im trauten Heim wollen. In der Folge planen Eltern zu wenig Platz in ihrem Traumhaus für Kinder ein. Und das, obwohl genügend Raum zur Verfügung stünde, wie man an überdimensional großen, repräsentativen Wohnbereichen der aktuellen Architektur erkennt. Schlaf- und Kinderzimmer hingegen muten im Vergleich dazu geradezu winzig an.

Im Alltag sorgt der fehlende Platz für Konflikte. Ist das Kinderzimmer zu klein, spielen die Kinder im Wohnzimmer. Das allerdings ist dieser Raum auch der Rückzugsraum für Eltern. Konflikte bleiben nicht aus. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass Kinderzimmer nicht zu weit von den gemeinschaftlich genutzten Zimmern entfernt liegen sollten. Denn gerade jüngere Kinder haben immer wieder das Bedürfnis, sich in der Nähe ihrer Eltern aufzuhalten und sich ihre Bestätigung zu holen. Das Problem ist, dass Kinderzimmer in einem klassischen Einfamilienhaus häufig im ersten Stock liegen, während die kommunikativen Räume (Ess- und Wohnzimmer sowie Küche) im Erdgeschoss angesiedelt sind.

Würden Eltern ihre Kinder befragen oder ihr Verhalten genau beobachten, könnten sie erkennen, dass Kinderzimmer in der Nähe der »Kommunikationszentren« einer Wohnung wesentlich besser liegen. Auch großzügig bemessene Flächen mit kindgerechter Gestaltung unter Einbeziehung der Kinderwünsche tragen dazu bei, dass Kinder ihr Zimmer als Rückzugs- und Bewegungsort nutzen. In der Folge sind sie ausgeglichener und sie fühlen sich wohl. Davon profitiert das gemeinsame Familienleben.

Abweichung vom klassischen Grundriss

Eine Lösung ist, bei der Hauplanung vom klassischen Grundriss abzuweichen. Das Einplanen vom Kinderzimmer auf Ebene der Wohn- und Aufenthaltsräume ist sinnvoll. Die Räume sollten möglichst gleich groß sein. Ist das nicht machbar, ist Flexibilität der Eltern wünschenswert. Ein Wohnzimmer sollte ein Raum für alle Familienmitglieder sein. Es kann der Ort sein, an dem sich die Familie trifft – ob zum Essen, Spielen oder Fernsehen. In einem Wohnzimmer sind Tätigkeiten an der Tagesordnung, die sitzend ausgeführt werden. Bei der Planung von Wohnraum darf sich jeder die Frage stellen, wie viel Platz für sitzende Tätigkeiten wirklich nötig ist. Warum also sollte ein Wohnzimmer nicht ein wenig kleiner sein als das Kinderzimmer? Denn hier wird der Platz zum Herumtoben dringend benötigt.