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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Erziehung mit Spaß – das Mary Poppins Prinzip!

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Erziehung mit Spaß – was lernen wir von Mary Poppins? Foto: Pixabay

Was bitter ist, wird süß  – „mit ´nem Löffelchen voll Zucker“

Text: Karin Katz

Erziehung mit Spaß klingt schön. Ich wäre gerne wie Mary Poppins, das zauberhafte Kindermädchen. Anstatt meine Kinder (schon wieder) anzuschreien, sie sollen bitte schön das Chaos im Kinderzimmer selbst aufräumen, möchte ich aufgeräumt ein fröhliches Lied singen und erleben wie „mit ´nem Löffelchen voll Zucker“ die Arbeit getan wird – ganz einfach, wie durch Zauberei! 

Das soll gehen?  KidsLife-Autorin Karin Katz plaudert aus dem Nähkästchen und hat sich auch mit Sabine Bohlmann, der Erfindern des „Mary Poppins Prinzips“ unterhalten.

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Kinder lieben Alltags-Magie! Foto. Pixabay

Ja, eine Zauberfee wäre ich gerne, aber manchmal fühle ich mich mehr wie die böse Hexe aus dem Märchen. Dennoch sehne ich mich danach, meiner ganz persönlichen Zauberkraft auf die Sprünge zu helfen – nicht nur, weil ich mich als Mutter kompetenter und „besser“ fühlen möchte, sondern auch weil ich weiß, wie jede Situation gleich anders aussieht, wenn man sie mit etwas Phantasie und Spucke ins rechte Licht rückt.

Alles wird besser und leichter getan, wenn es Spaß macht –

um das zu wissen, muss man kein Glücksforscher sein und – es gilt keineswegs nur für Kinder. Auch wir Eltern sind ja nicht immer gut drauf und möchten uns manchmal am liebsten brüllend auf den Boden werfen, wenn uns alles auf die Nerven geht. Die gute Fee, die weiß was zu tun ist, kommt nicht zu uns. Aber sie steckt in uns und flüstert uns etwas ins Ohr, und wisst ihr was? Sie ist selbst ein Kind und schlägt ganz erstaunliche Dinge vor.

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Erziehung mit Spaß bedeutet oft – das Unerwartete tun! Foto. Pixabay

Erziehung mit Spaß – ist Mama verrückt geworden?

Eines Tages, während ich im Wohnzimmer die Wäsche sortierte hörte ich diesen bekannten Refrain aus der Spielecke – Du warst es – nein, ich war’s nicht – wohl! Und – einem intuitiven Impuls folgend stülpte ich mir die (saubere!) Unterwäsche meines Mannes über den Kopf, wahrscheinlich um mir die Ohren zu bedecken und sortierte stoisch weiter. In der Kinderecke wurde es still und meine Tochter bemerkte, ich trüge Papas Unterhose auf dem Kopf. Ich zuckte lediglich mit den Schultern, wie um zu sagen – wer täte das nicht ab und zu? Und schon bald kamen die Kinder und taten es mir nach und stolzierten im Zimmer herum mit meinem Negligé um die Schultern und Strumpfhosen als Schals. Die improvisierte Modenschau dauerte nicht lange, aber unsere Laune hatte sich geändert und wir gingen alle in viel besserer Stimmung unseren Dingen nach.

An einem andern Tag, inspiriert durch die wachsende Spannung einer Unstimmigkeit am Abendbrottisch, verlies mein Mann die Küche, um kurz darauf, als Affe verkleidet wieder hereinzuspringen – dank einer gummiartigen Maske mit Haaren, die vom letzten Karneval übriggeblieben war, wirkte der Auftritt sehr echt! Er sprang herum, machte affenartige Geräusche und schnappte sich ein Büschel Bananen. Der Auftritt half, die miese Stimmung sofort in Spaß aufzulösen und für eine kurze Weile sprangen wir alle wie Affen umher. Warum sollen Erwachsene immer vernünftig sein? Humor und Blödeleien sind absolute Stress-Killer!

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Mit Lachen geht alles besser! Foto. Pixabay

Auch im Alltag kann man kreativ sein

Merke: die schöne Seite des Lebens entdeckt man oft erst auf den zweiten Blick und um Kreativität an den Tag zu legen, muss man kein Künstler sein. Gute Einfälle und die Lust am Experimentieren sind auch im Alltag gefragt, ganz besonders dann, wenn man Kinder hat. Allerdings – um diesen „poppinesquen“ Charme in den Familienalltag zu bringen muss man schon entweder recht entspannt drauf oder aber ziemlich wach und präsent sein.

Manchmal fällt uns eben nichts ein und dann … na ja, dann kann vielleicht noch ein Buch helfen. Eine wirklich kreative Mutter die immer wieder Neues ausprobiert und auch ihr eigenes Handeln immer wieder überdenkt und in Frage stellt ist die Schauspielerin und Synchronsprecherin Sabine Bohlmann, die unter anderem Lisa Simpson ihre Stimme leiht.

Erprobte Tipps und Tricks, die Kindern und Eltern das Leben verschönern und manche tränen- und szenenträchtige Situation in eine schöne Erfahrung verwandeln, hat sie in ihrem „etwas anderen“ Elternratgeber

„Ein Löffelchen voll Zucker … und, was bitter ist, wird süß!“

festgehalten. Bei der Lektüre wird einem klar: Sabine Bohlmann ist gerne mit Kindern zusammen und Liebe, Einfühlungsvermögen und Phantasie sind wichtiger als graue Theorie. KidsLife hat sich mit der modernen Mary Poppins unterhalten.

Hier geht´s zum Interview mit Sabine Bohlmann

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Foto.Pixabay