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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Haustiere – warum sie für Kinder so wichtig sind

 Haustiere, Foto: Pixabay

Haustiere fördern die emotionale und soziale Entwicklung

Text: Sabine Ostmann, Fotos: Pixabay

Kinder und Haustiere sind ein gutes Team. Über 23 Millionen Haustiere gibt es in Deutschland, Zierfische nicht mitgerechnet. Statistisch gesehen lebt in fast jedem zweiten Haushalt ein Tier. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen Katzen (etwa 7,5 Millionen), dicht gefolgt von Kleintieren und Hunden.

Aber, damit das harmonische Zusammenleben mit dem Vierbeiner auch klappt,  ist es wichtig, gemeinsam mit dem Kind das passende Tier auszuwählen. Kinder können und sollten auch ein bisschen Verantwortung übernehmen, mit dem Hund Gassi gehen, oder mal das Katzenklo sauber machen.

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Tiere können Sorgen lindern und Stress abbauen

Nicht nur als Streicheltiere und Kumpels sind die Freunde auf vier Pfoten unverzichtbar. Sie fördern auch die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung: „Kinder, die mit einem Heimtier aufwachsen, sind glücklicher, ausgeglichener und selbstbewusster. Sie zeigen sogar bessere Leistungen in der Schule“, das hat Professor Reinhold Bergler, Leiter des Forschungskreises Heimtiere in der Gesellschaft, in mehreren Studien festgestellt. „Ganz wichtig ist, dass die Kinder ohne erhobenen Zeigefinger lernen können. Ein Hund muss gefüttert werden und eine Katze, die geärgert wird, zeigt sehr deutlich, wann sie genug hat. So lernen Kinder spielerisch, die Bedürfnisse anderer zu akzeptieren, Verantwortung zu übernehmen und Grenzen zu respektieren – alles wichtige soziale Fähigkeiten.“

Bei aller Arbeit, die mit der Haltung verbunden ist, sind Tiere sehr wichtig für Kinder. Darin sind sich die Experten einig. „Kinder brauchen Tiere“, sagt der Kölner Tierarzt Detlev Khatchikian. „Sie sind tolle Spielpartner und die Kinder können eine Menge von ihnen lernen.“ Haustiere aktivieren die Kinder, hat Khatchikian beobachtet, „und sie lindern manche Sorgen. Eine schnurrende Katze, die sich auf den Schoß kuschelt, oder ein Hund, der einen freudig begrüßt, helfen, Traurigkeit, Stress und Aggressionen abzubauen.“

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Welches Tier passt zu uns?

Kleinere Kinder kommen am besten mit Kleintieren wie Meerschweinchen oder Zwergkaninchen zurecht, die leicht zu halten sind und sich schnell an Menschen gewöhnen. Allerdings müssen die Eltern immer ein Auge darauf haben, wie die Kleinen mit den Tieren umgehen. Wenn sie mit dem Meerschweinchen Auto spielen, sollten sie vielleicht noch eine Weile mit einem Plüschtier üben. Tierarzt Khatchikian rät Anfängern übrigens zu Farbratten. „Die sind zwar nicht so beliebt, aber sehr gut für Kinder geeignet. Die intelligenten Nager werden sehr zahm und sind interessant zu beobachten.“

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Robuster als die mitunter recht empfindlichen und stressanfälligen Kleintiere sind Katzen – sie wissen sich zu wehren, wenn die Sprösslinge im Spieleifer zu grob werden. Dafür sind sie aber auch sehr verspielt und verschmust. Da sie auch etwas eigenwillig und schreckhaft sein können, eignen sie sich für ruhigere Familien und Kinder ab Grundschulalter.

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Die idealen Gefährten für Familien mit größeren Kindern sind Hunde. Anhänglich, treu und freundlich sind sie ideale Begleiter für ängstliche und schüchterne Kinder. Auch aktive Familien, die viel Zeit draußen verbringen, schätzen einen Hund als Familienmitglied. Sind die Kinder noch recht klein, sollte der Hund nicht so groß sein, dass er sie beim Spielen umwerfen kann.

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Auf keinen Fall sollten Sie ein Tier einfach verschenken – die Anschaffung eines Haustieres betrifft die ganze Familie und sollte gemeinsam entschieden werden. Schließlich gehen Sie unter Umständen eine längere Bindung zu ihrem neuen Familienmitglied ein. Kleintiere werden in der Regel nur höchstens vier Jahre alt, ein Hund hingegen lebt bis zu 15 Jahre, eine Katze kann sogar 20 werden. Das bedeutet: Sie müssen sich auch dann noch um den Vierbeiner kümmern, wenn Ihre Sprösslinge längst das Weite gesucht haben.

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Und wer macht jetzt das Katzenklo sauber?

Ab wann Sie Ihrem Nachwuchs die Verantwortung für ein Haustier anvertrauen können, hängt natürlich vom Alter, der Reife und dem Charakter Ihres Kindes ab. Ein Kindergartenkind wird damit sicher noch überfordert sein. Sie können ihm aber schon erste kleine Aufgaben übertragen: zum Beispiel den Wassernapf füllen oder Löwenzahn für das Kaninchen pflücken. So lernt das Kind, dass es Verantwortung für das kleine Wesen hat. Mit der Zeit wächst dann auch das Pflichtbewusstsein. Achtjährige können in der Regel den Großteil der Arbeit selbständig erledigen, brauchen aber immer noch Aufsicht. Und weil sich das Katzenklo nicht von selber putzt, empfiehlt Tierarzt Khatchikian genervten Eltern, mit ihren Kindern einen Vertrag abzuschließen, der genau regelt, wer wann das Kistchen putzt, Gassi geht oder das Futter besorgt.

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Was angehende Tiereltern bedenken sollten

·   Sind wir uns wirklich darüber einig, dass ein Tier ins Haus kommt? Oder sollen es sogar mehrere sein? Welches Tier passt überhaupt zu uns? Haustiere sind Familienmitglieder – ist uns klar, dass wir uns mit unserer Entscheidung möglicherweise  über viele Jahre binden?

·  Dürfen wir in unsere Wohnung überhaupt einen Hund oder eine Katze halten? Und sind unsere Wohnräume überhaupt geeignet für eine artgerechte Haltung? Wenn ja: Wo soll das Tier schlafen; wo frisst es? Und wo kommt das Katzenklo hin?

·   Sind wir uns über die Kosten, die das Tier verursacht, im Klaren und können wir das aufbringen? Und was ist, wenn das Tier krank wird und eine Operation nötig ist?

· Gassi gehen, Fellpflege, Streicheln, Schmusen und Spielen – all das braucht Zeit. Haben wir die? Und wer soll sich um die Pflege des Vierbeiners kümmern? Wie verteilen wir die Aufgaben in der Familie?

·   Was machen wir mit unserem Tier, wenn wir in Urlaub fahren? Wer kümmert sich dann darum?

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Lies auch hier

Webseiten:

www.haustiere.de: große Haustier-Community

www.tierseiten.net: große Linksammlung zu allen Arten von Haustieren

www.tierschutzakademie.de: Infos zu Tierschutz, Tierheimen und Haustieren

 

  • Posted by kidslife on 17. November 2016