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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Langwierige Probleme bei Kinderzähnen

Kinder lieben Süßes. Bonbons, Schokolade, Cola und Kaugummis, die Kleinen können nie genug davon bekommen. Und als ob der ganze Zucker, den ihre Sprösslinge in sich hineinstopfen, Eltern nicht schon genug Sorgen bereiten würde, lehnen viele Kinder das Zähneputzen kategorisch ab. Tränen  und Geschrei sind keine Seltenheit, sobald die Zahnbürste in die Nähe des Kindergebisses gerät. Dabei sind Mundhygiene und eine zahnfreundliche Ernährung nicht nur für Erwachsene unerlässlich. 25 % aller Dreijährigen leiden, trotz eines signifikanten Kariesrückganges in den letzten Jahren, bereits an Milchzahnkaries. Schon im Kindesalter entscheidet sich, wie sich die Zahngesundheit in späteren Lebensabschnitten entwickelt. Für Eltern bedeutet das: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Zahnerkrankungen auch im Kindesalter

Das häufigste Zahngesundheitsrisiko für Kinder ist noch immer der Kariesbefall. Bei den Kleinsten sind oft zunächst die oberen Frontzähne betroffen. Die Kinder trinken süße Tees und Säfte aus Plastiksaugflaschen. Durch die Lage des Saugers trifft die zahnschädigende Flüssigkeit vor allem auf die Frontzähne, die dann schon bald die ersten Karieszeichen aufweisen. Im Alter von 6 Jahren kann jedes zweite Kind von einer Karieserfahrung berichten. Aber nicht nur die Milchzähne sind von der Erkrankung betroffen. Ein befallenes Milchzahngebiss überträgt den Befall häufig auch auf die bleibenden Zähne. Nach wie vor hängen Bildungsniveau und sozialer Status der Eltern eng mit der Zahngesundheit ihrer Kinder zusammen. So sind Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien deutlich seltener von der „Volkskrankheit“ Karies betroffen.[1]

Aber nicht nur Karies gefährdet die Zahngesundheit des Kindes. Komplette oder teilweise Zahnverluste durch Unfälle sind im Kindesalter viel häufiger als bei Erwachsenen. Ob beim Spielen, im Schwimmbad, im Sportunterricht oder bei einer Rangelei, gerade die Vorderzähne sind bei Kindern besonders gefährdet. Und je länger der Gang zum Zahnarzt aufgeschoben wird, umso schwerer ist der Schaden zu beheben. Sollte der Nerv geschädigt sein, muss so schnell wie möglich eine Wundbehandlung vorgenommen werden, da sonst Vitalitätsverlust droht.

Schließlich leiden viele Kinder unter Zahnfehlstellungen, die später Schmerzen, Entzündungen oder den weit verbreiteten Bruxismus (Zähneknirschen) verursachen können. Weil das Gebiss im jungen Alter noch formbar ist und bleibenden Schäden vorgebeugt werden kann, sind Kinder die idealen Patienten eines Kieferorthopäden. Lose und feste Zahnspangen und kleinere ambulante Eingriffe werden vielen Eltern für ihre Kinder empfohlen, um deren dauerhafte Zahngesundheit zu gewährleisten. Wird die kieferorthopädische Behandlung aber zu früh oder zu spät durchgeführt, oder ist der kleine Patient nicht bereit, seine Zahnspange regelmäßig zu tragen, ist der Behandlungserfolg gefährdet.[2]

Bleibenden Schäden vorbeugen

Trotz der beängstigenden Häufigkeit von Zahnschäden im Kindesalter können Eltern einiges unternehmen, um die Zahngesundheit ihrer Sprösslinge dauerhaft zu erhalten. Das beginnt mit dem Erlernen von Mundhygienevorschriften und deren Einhaltung. Gute Ernährung ohne große Mengen von Zucker, der die Zahnsubstanz angreift, ist ebenfalls unerlässlich. Milchprodukte, Nahrungsmittel, die länger gekaut werden müssen und flouridhaltige Nahrungsmittel wie Fisch tragen zur Kariesprophylaxe bei.[3] Falls den Kindern doch nach Naschen zumute ist, sind bereits schmackhafte Alternativen zum handelsüblichen Süßkram auf dem Markt: Zahnfreundliche und kariesvorbeugende Süßigkeiten aus Xylit entwickelte die Kinderzahnärztin Dr. Lena Piehlmeier aus München mit ihrer Familie.

Zahnfehlstellungen und Zahnverlust allerdings kann nicht vorgebeugt werden. Einige Krankenkassen statten ihre kleinen Versicherten inzwischen mit sogenannten „Zahnrettungsboxen“ aus. Die Kinder haben so die Möglichkeit, ihre abgebrochenen Zähne einzusammeln und beim Zahnarzt wieder einsetzen zu lassen.[4] Sollte der Zahn aber unauffindbar sein, ist guter Rat teuer. Die Notwendigkeit von Zahnersatz verursacht häufig hohe Kosten für die Eltern. Auch kieferorthopädische Behandlungen werden erst ab einem bestimmten Schweregrad der Zahnfehlstellung von den Gesetzlichen Krankversicherungen übernommen. Die Übernahme der Kosten erfolgt außerdem nur dann, wenn die Kinder nachweislich ihre Spangen diszipliniert und regelmäßig tragen. Deshalb kann sich unter Umständen eine Zahnzusatzversicherung nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder lohnen, um die hohen Behandlungskosten abzudecken. In Kombination mit guter Ernährung, regelmäßiger Mundhygiene und Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt kann so die dauerhafte Zahngesundheit des Kindes gewährleistet werden.

[1] Jan Kuehnisch „Erkrankungen der Zähne im Kindes- und Jugendalter“: http://www.dent.med.uni-muenchen.de/exponent-0.96.4/index.php?section=120 06.04.2015 15:10

[2] Stiftung Warentest „Kieferorthopädie bei Kindern: Richtiges Timing wichtig“: https://www.test.de/Kieferorthopaedie-bei-Kindern-Richtiges-Timing-wichtig-1783943-0/ 06.04.2015 15:31

[3] Kids Life Magazin „Gesunder Biss“: http://kidslife-magazin.de/naturundkunst522812.html 06.04.2015 15:34

[4] Meine-Krankenkasse.de „Kleine Box rettet Zähne“: https://www.meine-krankenkasse.de/metanavigation/presse-mediathek/pressemitteilung/pressearchiv-2015/kleine-box-rettet-zaehne.html 06.04.2015 15:47