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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Muttermilch hält schlank

Untersuchungen haben gezeigt, dass gestillte Kinder bis ins Schulalter hinein deutlich seltener zu viel Speck auf den Rippen haben als Gleichaltrige, die mit traditioneller Fläschchennahrung gefüttert wurden. Wissenschaftler machen neben anderen Faktoren den im Verhältnis zur Muttermilch erhöhten Eiweißgehalt der herkömmlichen Säuglingsmilch dafür verantwortlich. Auch deshalb ist Stillen ist die beste Wahl zur Ernährung eines Babys. Wenn das nicht oder nur teilweise möglich ist, sollten Eltern eine im Eiweiß optimierte Säuglingsnahrung füttern. Für allergiegefährdete Kinder ist das doppelt wichtig, denn es gibt Hinweise, dass frühes Übergewicht Einfluss auf die Ausbildung von Allergien haben könnte.

Neue Untersuchungsergebnisse (1) bestätigen, was Wissenschaftler schon länger vermuten: Babys, die in den ersten Lebensmonaten mehr Eiweiß als nötig aufnehmen, legen allzu schnell an Gewicht zu und neigen auch später deutlich häufiger als andere zu Übergewicht. Forscher gehen davon aus, dass eine übermäßige Eiweißaufnahme den Stoffwechsel schon sehr früh auf schnelle Gewichtszunahme und die Neigung zu Übergewicht programmiert. Die genauen Zusammenhänge dieser so genannten „Frühe-Protein-Hypothese“ sind noch nicht vollständig aufgeklärt, doch scheint das Wachstumshormon IGF-1 dabei eine Rolle zu spielen. Dass es sich tatsächlich um eine langfristige Programmierung handelt, stützen die Ergebnisse einer europäischen Studie (2) mit 1.678 Kindern: Noch im Alter von sechs Jahren sind Kinder, die als Babys – gestillt oder mit eiweißoptimierter Säuglingsmilch ernährt – eine nur mäßige Menge an Eiweiß aufgenommen haben, in Sachen Gewicht und Body-Mass-Index besser dran als diejenigen, die
mit eiweißreicher Fläschchennahrung gefüttert wurden.

Übergewicht früh zu vermeiden lohnt sich

Dicke Kinder leiden nicht nur häufig an mangelndem Selbstwertgefühl. Sie tragen auch ein erhöhtes Risiko für Allergien. Studien zufolge haben übergewichtige Menschen mit einem Body-Mass-Index von über 25 im Vergleich zu Normalgewichtigen ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für allergisches Asthma (2). Aus diesem Grund empfehlen Allergologen und Kinderärzte in den offiziellen Leitlinien (3) zur Allergieprävention, Übergewicht schon im Babyalter zu vermeiden. Gute Chancen haben Kinder, die in den ersten vier Monaten voll gestillt werden. Muttermilch enthält immer genau die Menge an wertvollem Eiweiß (durchschnittlich 1,13 Milligramm pro 100 Milliliter), die die Kleinen für ein gesundes Wachstum brauchen. Eiweißoptimierte Säuglingsnahrung bietet einen ähnlich niedrigen Gehalt an hochwertigem Eiweiß und sorgt bei nichtgestillten Babys für eine altersgerechte Gewichtszunahme. Kinder, die durch Allergien in der Familie erblich vorbelastet sind, brauchen eiweißreduzierte HA-Nahrung, bei der
das Milcheiweiß schonend in verträgliche Spaltprodukte zerlegt wurde. Die allergievorbeugende Wirkung sollte durch wissenschaftliche Studien belegt sein.

Hat die Ernährung wirklich einen Einfluss auf das spätere Allergierisiko? Was ist zu tun, wenn es mit dem Stillen nicht klappt? Welche Beikost eignet sich für allergiegefährdete Kinder? Antworten gibt die Broschüre „Allergieprävention und Ernährung“, herausgegeben von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. Die Broschüre ist kostenlos und kann auf dem Postweg oder im Internet bestellt werden:

DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn,

www.dha-allergien-vorbeugen.de