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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Wachstumsschmerzen

Größer werden tut weh

Viele Kinder leiden darunter und können gleichzeitig nur wenig dagegen ausrichten: Der sogenannte Wachstumsschmerz tritt bevorzugt in den Beinen auf – vor allem abends und nachts. An Erholung ist dabei nur wenig zu denken. Eine relativ hohe Zahl, nämlich 20 bis 40 Prozent der Heranwachsenden, können ein Lied von schlaflosen und schmerzhaften Nächten singen. Spielerische Ablenkung hilft, ebenso wie die Zuwendung der Eltern.

Nicht eindeutig feststellbar

Dabei ist der Wachstumsschmerz eigentlich gar kein Leiden, welches durch das „In-die-Höhe-schießen“ an sich ausgelöst wird. Mediziner konnten bislang keinen Zusammenhang herstellen. Fakt ist jedoch: Klein- und Grundschulkinder sowie Vier- bis Sechsjährige leiden besonders stark unter diesen Schmerzen. Diese gehen jedoch nicht mit einer Verletzung oder Erkrankung einher, aus diesem Grund kann der Arzt den Wachstumsschmerz über das Ausschlussprinzip feststellen.

Die Theorien:

–        In der Nacht gibt es bei Kindern in diesem Alter Schübe im Wachstum. Diese liegen bei etwa 0,2 Millimetern und verursachen, dass Bänder und Sehnen starker Dehnung ausgesetzt werden. So entsteht das ungute Gefühl in den Beinen, manchmal auch den Armen.

–        Andere Experten sehen eher die noch nicht ausgereifte Muskulatur verantwortlich, die durch Überlastung Schmerzen hervorruft.

Gleich, wie die Wachstumsschmerzen entstehen: Sie sind schmerzhaft für das Kind und kräftezerrend für Eltern. Die Ursache selbst ist auch Ärzten nicht wichtig, es muss nur ausgeschlossen werden können, dass keine anderen, ernstzunehmenden Krankheiten wie ein Tumor oder eine Entzündung vorliegen. Meist tritt dabei aber auch eine sichtbare Schwellung mit Überwärme oder eine Rötung auf, die ein Anzeichen für eine weitere Beschwerde sind. Auch bei eintretendem Fieber, Taubheitsgefühlen oder Kreislaufproblemen sollte vorsichtshalber ein Arzt konsultiert werden. Deshalb dürfen derartige Schmerzen nicht abgetan werden, auch Abwarten ist eine schlechte Lösung.

Vorbei ist nicht gleich vorbei

Wachstumsschmerzen treten nicht immer gleich auf. Es gibt Wochen, in welchen die Kinder rein gar keine Ärgernisse verspüren. Auch ist der Schmerz nicht immer gleich, ebenso wenig wie die betroffene Stelle. Besonders typisch ist allerdings das plötzliche Abklingen am Morgen.

Abhilfe kann auch ein sogenanntes Schmerztagebuch bieten. Wann treten die Schmerzen auf? In welcher Intensität erfolgt das? Wie sieht der normale Tagesablauf mit der Beeinträchtigung aus? Diese Fragen werden täglich beantwortet. So können Eltern und Mediziner, die eine körperliche oder eine wachstumsbedingte Ursache bereits ausgeschlossen haben, eine andere Lösung finden. Sitzt das Kind möglicherweise zu lange oder ist vielleicht eine bestimmte Sportart der Auslöser? Vielfach sind auch diese Punkte Schuld an muskulären Problemen.

Neben dem Trösten in der Nacht können Mutter oder Vater auch mit sanften, kreisenden Massagen oder einer Körperlotion für eine Linderung der Schmerzen sorgen. Ob das Kind in der Situation eher auf wärmende oder kühlende Packungen positiv reagiert, sollte getestet werden. Helfen diese Mittel nicht mehr, ist ein passendes Schmerzmittel einzunehmen. Dabei sollte auf die altersgerechte Darreichung geachtet werden. Ibuprofen oder Paracetamol als flüssiger Saft können in Ausnahmefällen für eine ruhigere Nacht sorgen. Alternativ helfen vom Arzt ausgehändigte, homöopathische Medikamente, den Zustand zu verbessern.

Leider kein Allheilmittel vorhanden

Wachstumsschmerzen kann man nicht zu 100% vorbeugen. Generell gilt jedoch, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, die reich an Mineralstoffen ist. Zudem sollte das Kind dazu angehalten werden, sich vor dem Sport aufzuwärmen und danach auf ausreichend Dehnung zu achten. So ist es möglich, die Schmerzen etwas einzudämmen.