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Lernprofis - machen sie den Test und finden sie den Lerntyp ihres Kindes heraus

 

Manchmal kann Lernen richtig Spaß machen, zum Beispiel wenn ein Thema hochinteressant ist oder ausgefallene Methoden ausprobiert werden. Doch gerade in der Schule ist das eher die Ausnahme. Sicherlich können auch Sie sich noch gut an endlos langweiligen Unterricht erinnern und die sehnsuchtsvollen Blicke auf die Uhr, wenn abstrakte Geschichtsdaten, neue Vokabeln oder eintönige Grammatikregeln gepaukt wurden. Guter Unterricht sieht anders aus, und immer mehr Lehrerinnen und Lehrer versuchen, dieses Wissen umzusetzen. Ein Geheimnis guter Lehrkräfte ist es, bei Ihren Schulkindern so viele Wahrnehmungskanäle wie möglich anzusprechen. Die Wahrscheinlichkeit, damit bei einem Großteil der Klasse auf nachhaltige Aufmerksamkeit zu stoßen ist hoch, denn heute weiß man, dass die Art der Aufnahme von Informationen bei jedem Menschen unterschiedlich ist.

 

Jedes Kind lernt anders

 

Informationen nehmen ihren Weg ins Gehirn über verschiedene Wahrnehmungskanäle, zum beispiel die Augen, die Ohren, die Haut. Von einer vielfältigen Präsentation von Lerninhalten profitieren alle Schülerinnen und Schüler, weil sie sich so auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema auseinander setzen können. In der Tat hat jedes Kind aber auch eigene Stärken, mit denen es Lerninhalte besonders gut aufnehmen kann – das kennzeichnet den individuellen Lerntyp. Dem einen Schüler fällt es sehr leicht sich visuelle Eindrücke zu merken. Er lernt besonders gut über das Auge. Für die andere Schülerin ist es viel einfacher, sich Informationen über das Zuhören zu merken. Sie lernt am besten über das Ohr. Diese unterschiedlich stark ausgeprägten Zugangswege sind natürlich beim Lernen, ob zu Hause oder im Unterricht, immer relevant. Je genauer ein Schüler also seinen Lerntyp kennt, desto leichter kann er sich das Lernen gestalten, indem bestimmte Methoden und Techniken bevorzugt werden.

 

Welche Lerntypen gibt es?

 

Jeder Mensch nutzt seine Zugangswege zur Aufnahme von Informationen unterschiedlich, und neben der groben Einteilung in die vier Lerntypen haben noch eine Reihe anderer Faktoren Einfluss auf das Lernverhalten. So können beispielsweise die Lernumgebung, das persönliche Verhältnis zur Lehrkraft oder die eigene körperliche Verfassung ganz erheblich zum Lernerfolg oder Misserfolg beitragen.

 

Lerntypen und Hausaufgaben

 

Natürlich können Sie die stärker ausgeprägten Wahrnehmungsbereiche Ihres Kindes auch bei den Hausaufgaben berücksichtigen. Je eintöniger die Aufgaben sind, desto schwerer fällt es Ihrem Kind sie zu erledigen. Stures Auswendiglernen, sei es bei mathematischen Formeln oder unregelmäßigen Verben, ist ein echter Gute-Laune-Lern-Killer. Ist jedoch eigener Pioniergeist gefragt, und werden unterschiedliche Wege zur Lösung eines Problems akzeptiert, wird eine Hausaufgabe gleich viel interessierter aufgegriffen. So kann es beispielsweise sehr viel spannender sein das Umwandeln von Maßeinheiten vorerst beim Kuchenbacken selber praktisch auszuprobieren, als es nur im Rechenheft einzutragen (motorischer Typ). Und manche Kinder können sich Vokabeln besser merken, wenn sie diese in Wortarten (Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien) unterteilen und mit farbigen Stiften plakativ auf einem großen Blatt notieren (visueller Typ).

 

Unterrichtsgestaltung in der Schule

 

In großen Lerngruppen, wie sie in der Schule selbstverständlich sind, ist solch eine individuelle Vorgehensweise nur schwer umsetzbar. Um hier die unterschiedlichen Lerntypen alle möglichst gleich anzusprechen, sollte Stoff für alle Lernkanäle angeboten werden. Das bedeutet Unterricht für die Ohren, für die Augen, für den gegenseitigen Austausch, für das praktische Ausprobieren und die Bewegung. Projektorientiertes Lernen ist dazu eine gute Möglichkeit, denn es ermöglicht den Schülerinnen und Schülern ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten einzubringen, indem alle Lernkanäle unterschiedlich stark einbezogen werden können.

 

So unterstützen Sie das Lernverhalten Ihres Kindes

So helfen Sie dem visuellen Typ:

 

Der visuelle Lerntyp lernt am besten über das Sehen und durch Beobachten. Bieten Sie die Informationen in erster Linie visualisiert an. Malen Sie (oder lassen Sie malen) Mindmaps, Bilder, arbeiten Sie mit farbigen Stiften oder Markern. Nutzen Sie Flipcharts oder Papierwände, zeigen Sie Videofilme oder Fernsehbeiträge zu dem Thema. Schreiben Sie Zettel, die Ihr Kind lesen und bearbeiten muss – kleben Sie Post-ist in der Wohnung. Als Lernhilfen bieten weiterhin sich Bücher, Skizzen, Bilder, Lernkarteien, das Internet oder Lernposter an.

 

So helfen Sie dem auditiven Typ:

 

Der auditive Lerntyp lernt am besten über das Ohr. Es fällt ihm leicht, gehörte Informationen aufzunehmen, wiederzugeben oder zu behalten. Viele Menschen, die dem auditiven Lerntyp zuzuordnen sind, führen gerne Gespräche mit sich selbst, bewegen beim Lesen die Lippen und reagierend empfindlich auf störende Geräuschquellen. Sie mögen in der Regel keine Musik als Hintergrund. Bieten Sie die Informationen in erster Linie über die Ohren an. Besprechen Sie Kassetten oder Tonbänder, hören Sie Dokumentationen im Radio, lesen Sie viel vor. Reden Sie mit Ihrem Kind über die Lerninhalte. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht durch Nebengeräusche gestört wird.

 

So helfen Sie dem motorischen Typ:

 

Der motorische Lerntyp lernt am besten durch und mit der Bewegung. Er führt gerne Handlungsabläufe durch, weil er sie so besser nachvollziehen kann. Er ist auf diesem Wege am Lernprozess direkt beteiligt und sammelt seine Informationen und Erfahrungen beim direkten Tun. Bieten Sie die Informationen in erster Linie über die Handlungsebene an. Bauen Sie Dinge nach, lassen Sie Rechenaufgaben mit Material ausrechnen oder nachlegen, Buchstaben aus Knete formen, laufen Sie Entfernungen ab und messen Sie gemeinsam Distanzen aus.

 

So helfen Sie dem kommunikativen Typ:

 

Der kommunikative Lerntyp braucht den Austausch und die Unterhaltung zum Lernen. Bieten Sie die Informationen in erster Linie über das gemeinsame Gespräch an. Diskutieren Sie alle Informationen, widersprechen Sie Ihrem Kind, regen Sie es zum Nachdenken und Sprechen über die Themen an. Fördern Sie Gruppengespräche, Rollenspiele und das Lernen mit anderen Kindern. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind in einer Diskussion nicht nur eine, sondern mehrere Positionen einnehmen kann.

 

Diplom Pädagogin Uta Reimann-Höhn

Veröffentlichungen u.a.

1,2,3 – das kannst du schon (So lernen Kinder spielend rechnen), Herder, 2007

Welche Talente und Begabungen hat Ihr Kind? Herder, 2007

So lernt mein Kind sich konzentrieren, Herder, 2007

Keine Angst vor Klassenarbeiten, Cornelsen, 2003

www.lernfoerderung.de

 

 

 






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