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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Subtile Verführer: Kinder Online-Werbung erkennen helfen

Kinder Online-Werbung
Foto: FreeDigitalPhotos.net

Kinder sind auch im Internet oft mit Werbung konfrontiert, viele Hersteller von Kinderspielzeug schalten Werbung auf Seiten, auf denen Kinder surfen. Studien belegen, dass junge Mediennutzer Werbung häufig schlecht als solche identifizieren. SCHAU HIN!, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, gerade bei Surfanfängern bis zehn Jahren auf werbefreie Inhalte zu achten und sie früh über diverse Werbeformen aufzuklären.

Laut einer Rezeptionsanalyse der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (lfm) konnten 82 Prozent der befragten Kinder von sechs bis elf Jahren nicht alle Elemente der Online-Werbung als solche identifizieren. Dabei sind besonders jüngere Kinder durch Werbung leicht zu beeinflussen. Für sie eignen sich werbefreie Kinderseiten. „Gerade bei den ersten Schritten im Netz sollten Kinder nicht durch Werbung abgelenkt werden“, meint SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Kinder über versteckte Werbung aufklären

Online-Werbung ist vielfältig, ist als solche nicht gleich zu erkennen und teilweise nur schwer von rein redaktionellen Inhalte zu trennen. Auch lockt Werbung oft mit Musik, bunten Bildern, Gewinnspielen und Gratis-Angeboten, was Kinder besonders dafür anfällig macht. Online-Werbung kann dann zur Weitergabe persönlicher Daten verleiten oder sich als Kostenfalle entpuppen. Auch in vielen Apps, die von Kindern genutzt werden, findet sich Werbung. Eltern sollen ihre Kinder daher früh über die verschiedenen Werbeformen und deren Absichten aufklären. „Wichtig ist, dass Anmeldungen und die Angabe von Daten Elternsache sind, damit Eltern das Angebot mit ihrem Kind prüfen und entscheiden können“, empfiehlt Langer.

Diese Werbeformate sind gängig:
• Banner befinden sich oft am Rand der Website und sind in der Regel klarer vom Inhalt getrennt.
• Pop-ups tauchen beim Öffnen der Seite auf und lassen sich über ein (x) schließen.
• Overlays legen sich über die Seite und müssen weggeklickt werden, um zum Inhalt zu gelangen.
• Pre-Rolls sind kurze Spots, die etwa auf YouTube vor dem angewählten Film oder vor einem Computerspiel laufen. Teilweise kann man diese nach wenigen Sekunden überspringen.
• Logos oder die Nennung von Marken und Sponsoren sind meist direkt in den Inhalt eingebunden. Auch viele Videoblogger nutzen versteckte Produktplatzierungen etwa auf Youtube.
• Gewinnspiele sind oft von Werbetreibenden unterstützt und fordern Daten zur Teilnahme.

Werbung und eigene Wünsche reflektieren

Mit älteren Kindern können Eltern bereits die konkrete Wirkung von Werbung auf die eigenen Wünsche besprechen. Das hilft zu erkennen, welche Bedürfnisse wirklich wichtig sind und welche nur durch die Werbung hervorgerufen werden. Manchmal lassen sich zu kostspieligen Wünschen auch Alternativen finden, etwa Dinge mit anderen zu tauschen oder gebraucht zu kaufen.

 

5 Tipps für Eltern

1. Gemeinsam surfen: Gerade Surfanfänger begleiten. Hierzu ein eigenes Nutzerkonto einrichten, Sicherheitseinstellungen aktivieren sowie ausschließlich auf altersgemäßen und werbefreien Kinderseiten surfen, die Eltern als Lesezeichen speichern.

2. Frühzeitig aufklären: Kindern die unterschiedlichen Werbeformen erklären und gemeinsam üben, woran man diese erkennt und wie man diese wegklicken kann. Auch über subtile Formen wie Produktplatzierungen konkret reden.

3. Daten schützen: Mit Kindern vereinbaren, dass sie persönliche Daten nicht ohne Erlaubnis weitergeben. Sensiblen Umgang mit Daten im Netz vorleben.

4. Werbung blocken: Anzeigen über Einstellungen und Werbeblocker im Browser minimieren. Technische Hilfsmittel bieten jedoch keinen alleinigen Schutz vor Werbefallen und ersetzen nicht die aufmerksame Begleitung durch die Eltern.

5. Apps checken: Die Installation von Apps ist Elternsache, wie von anderen Programmen auch. Hier ist zu prüfen, welche Daten die App nutzt und ob sie In-App-Käufe oder Werbung enthält.

Weitere Informationen

Die lfm bietet Eltern und Fachkräften in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis einen Ratgeber zum Thema Kinder und Onlinewerbung: www.kinder-onlinewerbung.de. Außerdem finden Sie im Bereich „Internet“ auf www.schau-hin.info eine Übersicht werbefreier Kinderseiten sowie eine Checkliste, woran man gute Kinderseiten erkennt.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.