Nägelkauen - ein Hilferuf der Seele
Nägelbeißen ist bei Kindern sehr verbreitet – etwa 30 Prozent der 4- bis 14-Jährigen tun es. Bis zur Pubertät hören die meisten jedoch von selbst wieder auf. Wenn ein Kind ab und zu in einer spannungsgeladenen Situation an seinen Fingernägeln herumknabbert, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Sport und Bewegung helfen, die Spannung abzubauen. Notfalls können die Nägel auch mit einem unangenehm schmeckenden Lack angepinselt werden. Wird das Nägelbeißen jedoch zum Dauerzustand, könnte mehr dahinter stecken. Meist es eine Reaktion auf Konflikte in Schule oder Familie: Das Kind kommt im Unterricht nicht gut mit, es wird gemobbt, die Eltern haben sich getrennt oder einfach zu wenig Zeit – die Gründe sind vielfältig. In solchen Situationen bringt das Nägelkauen eine gewisse Befriedigung und Entlastung mit sich. Schimpfen hilft da wenig. Sinnvoller ist es, herauszufinden, was genau das Kind belastet. Zuhören, sich Zeit nehmen und Verständnis entwickeln, das hilft den kleinen Nägelbeißern mehr als Schimpfen und Ermahnen. In schwierigen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Kinderpsychologen zu konsultieren. Sind die Schwierigkeiten beseitigt, hört in der Regel auch das Nägelkauen auf.
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