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SchülerVZ & Co. – was passiert eigentlich in sozialen Netzwerken?

 

Ein Beitrag vom Internet-ABC

 

Sich präsentieren, über Hobbys quatschen, Kontakte knüpfen und flirten oder einfach nur sehen, was los ist – all das geht mittlerweile auch online, am besten in so genannten "sozialen Netzwerken". Diese Plattformen sind sehr beliebt bei Kindern und Jugendlichen, allen voran schülerVZ. Wie solche Netzwerke funktionieren und was Eltern sonst noch darüber wissen sollten, lesen Sie hier:

 

Soziales Netzwerk? Was ist das eigentlich?

 

Soziale Netzwerke (engl. „social networks“ oder „social communities“) sind Internetplattformen, auf denen man sich online trifft, Kontakte pflegt, sich austauscht und vernetzt. Sie gehören zum Web 2.0, dem so genannten Mitmach-Web, und bestehen größtenteils aus Inhalten, die die Nutzer selbst online stellen: Fotos, Videos, Texte oder selbst produzierte Musik. Die Angebote sind meist kostenlos und finanzieren sich über Werbung oder zusätzliche Funktionen.

 

Zunächst legt sich jedes Mitglied ein eigenes Profil mit Namen, Foto und persönlichen Angaben wie Alter, Interessen oder Partnerschaftsstatus an. Mit diesem Profil zeigt man sich, kontaktiert andere oder bildet Gruppen zu bestimmten Themen oder Anlässen.

 

Zu den bekannten sozialen Netzwerken gehören Facebook, wer-kennt-wen, Lokalisten, MySpace, Xing, studiVZ und natürlich schülerVZ. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Für fast jeden Bedarf gibt es die passende Plattform, ausgerichtet auf unterschiedliche Personengruppen und Vorlieben – ob Foto, Video, Haustier, Job oder Schule. Auch für Kinder gibt es mittlerweile spezielle Plattformen, z.B. der Netztreff des SWR-Kindernetzes (www.kindernetz.de) oder die Wilde-Hühner-Community (www.community.wildehuehner.de).

 

 

 

Präsentieren, vernetzen, chatten und gruscheln – das Beispiel schülerVZ

 

Bei der Erstanmeldung sind Vor- und Zuname, besuchte Schule und Geburtsdatum verpflichtend. Alles Weitere ist freiwillig: Bild hochladen, Hobbys angeben, Interessen beschreiben, Beziehungsstatus angeben usw.

 

Die eigentliche Aufgabe der Netzwerke – das Vernetzen – geschieht bei schülerVZ über folgende Möglichkeiten:

 

  • Freunde finden: Kategorisiert nach Schulen baut man sich ein Freundesnetzwerk auf. Dazu sammelt man in Freundeslisten die Personen, die man selbst zu seinen Freunden zählt. Um eine Freundschaftsverbindung herzustellen, müssen beide Seiten zustimmen.
  • Pinnwandeinträge verfassen: Jedes Profil verfügt über eine virtuelle Pinnwand, auf der andere Besucher Nachrichten hinterlassen können.
  • Nachrichten schreiben: Der Nachrichtendienst ist ein internes E-Mail-System, mit dem man Freunden auf der Plattform Mails schreiben kann.
  • Chatten über den Plauderkasten: Der Plauderkasten beinhaltet eine Instant Messenger-Funktion, über die man Freunde anschreiben kann, wenn sie gerade online sind.
  • „Gruscheln" – Kontaktaufnahme mit einem Klick: Wer locker und zwanglos auf andere zugehen möchte, kann "gruscheln" – eine Wortneuschöpfung aus "Grüßen" und "Kuscheln". Dabei wird keine Textnachricht ausgetauscht, sondern dem anderen wortlos ein Kontaktgruß gesandt. Wer gegruschelt wird, erhält einen Hinweis und kann sich dann entscheiden, zurück zu gruscheln oder abzulehnen.
  • Gruppen gründen und beitreten: Um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen, gründet man Gruppen oder schließt sich bestehenden an. Jede Gruppe verfügt über ein Forum, in dem mal ernst und philosophisch, mal seicht und humorvoll diskutiert wird. Nach den passenden Gruppen lässt sich über ein Suchfeld stöbern.
  • Fotoalben: Ihre Fotos laden die Mitglieder in Fotoalben. Hier zeigen sie anderen ihre Vorlieben, ihre Erlebnisse von Party bis Urlaub, sich selbst oder ihre Freunde. Einzelne Personen auf den Bildern lassen sich mit ihren Profilen verlinken.

 

Da Erwachsene offiziell keinen Zugang zu schülerVZ haben, gewähren die Betreiber Einblicke über einen Eltern- und Lehrerbereich: http://www.schuelervz.net/l/parents

 

 

 

Das Faszinierende

 

Soziale Netzwerke wie schülerVZ sind moderne, interaktive Freundschaftsbücher. Hier findet ein Stück weit die Selbstfindung und Identitätsbildung statt, die gerade bei Jugendlichen so wichtig ist: Man präsentiert sich und gibt so das Bild ab, das man von sich hat oder haben möchte. Man will wissen, wie andere auf das eigene Profil reagieren und seinen Selbstwert testen. Über die Zugehörigkeit zu einzelnen Gruppen definiert man sich und sein „Weltbild“.

 

Auch Verliebtsein und Flirten sind für Heranwachsende zentrale Themen. Über die Plattformen lässt es sich leicht und ohne Hemmung anbändeln (s.o. "gruscheln") oder über den Schwarm informieren.

 

Nicht zu unterschätzen ist aber auch ein gewisser Gruppendruck. Wenn die Mehrzahl der  Schulkameraden Mitglied im schülerVZ ist, sich die Klasse hier austauscht und Online-Erlebnisse miteinander teilt, entwickelt sich eine Parallelwelt. Nur wer dabei ist, weiß, "was geht" und kann am nächsten Schultag mitreden.

 

Vorsicht! Das Internet vergisst nicht

 

Kreative Werkzeugkiste und unerwünschter Fettnapf: Soziale Netzwerke können beides sein. Sie lassen Raum für Selbstdarstellung, Austausch und Interaktivität – und damit gleichzeitig auch für Missbrauch und Risiken. Soziale Netzwerke wimmeln von persönlichen Daten, die die Nutzer veröffentlichen, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Viele Jugendliche geben große Teile ihrer Intimsphäre preis. Persönliche Daten und Bilder können aber leider von Dritten genutzt und missbraucht werden.

 

Das Internet vergisst nichts, was einmal dort veröffentlicht wurde. Daten werden von anderen vervielfältigt und gespeichert und von Suchwerkzeugen gesammelt. Jahrelang können Inhalte erhalten bleiben, denn das Löschen einmal publizierter Daten ist eine schwierige und langwierige Angelegenheit.

 

Fotos, Gästebuch- und Forumseinträge können Zielscheibe von Sticheleien und Häme werden. Dies kann so weit gehen, dass sich Hass- oder Spottgruppen gegen einzelne Schüler bilden, das Gästebuch sich mit Beleidigungen füllt, eigene Fotos an anderer Stelle verfremdet wieder auftauchen. Kurz: Auch in sozialen Netzwerken gibt es Mobbing – und das kann empfindlich an der Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen nagen!

 

Eine weitere Folge: Jugendliche, die in die Berufswelt eintreten möchten, treffen auf Arbeitgeber, die das Internet als Informations- und Reputationsquelle einsetzen: 30% verschaffen sich einen Einblick in das Leben ihrer zukünftigen Mitarbeiter, indem sie gezielt recherchieren, bei Google oder speziellen Personensuchmaschinen nach Namen suchen und die Aktivitäten ihrer Bewerber im Netz überprüfen: Wie präsentiert der Bewerber sich im Netz? Brüstet er sich mit Alkoholgeschichten und pflegt er Kontakte zu fragwürdigen Personen?

 

Hier sollten Eltern ein wachsames Auge auf die Aktivitäten des Nachwuchses haben. Folgende Regeln und Tipps sind dabei eine Hilfe:

 

 

 

Checkliste: 10 Tipps für Eltern

 

Besprechen Sie mit ihrem Nachwuchs,  was er vor dem Eintritt in ein soziales Netzwerk beachten sollte:

 

  1. Das eigene Profil mit Bedacht behandeln: Es sollten nicht zu viele persönliche Daten freigegeben werden. Alle Einstellungsoptionen, die ein Netzwerk zum Schutz der Privatsphäre bietet, einsetzen! Die Optionen im schülerVZ sind unter "Meine Privatsphäre" zu finden.
  2. Profilbild sorgsam auswählen und ggf. verfremden: Jungen sollten nicht in Situationen posieren, die ihre Männlichkeit unterstreichen (sollen), Mädchen nicht leicht bekleidet am Strand abgebildet sein. Fotos in Bikini oder Unterwäsche sind grundsätzlich tabu!
  3. Fotoalben privat oder nur für Freunde einstellen: Mit Vorliebe werden nach Partys oder Klassenfahrten Fotos in die Online-Alben geladen. Damit der Spaß erhalten bleibt, sollten Fotoalben ausschließlich privat oder im Freundeskreis gesehen werden können.
  4. Nur Bilder hochladen, an denen man die Rechte besitzt
  5. Die Privatsphäre anderer respektieren und Rechte Dritter beachten: Weder Personendaten noch unvorteilhafte Fotos oder aufschlussreiche Kommentare über Andere sollten veröffentlicht werden!
  6. Heikle Inhalte grundsätzlich nicht ins Netz stellen: Auch wenn Bilder und Informationen nur für einen beschränkten Personenkreis frei gegeben werden, gibt es keine Gewähr, dass diese nicht doch in falsche Hände gelangen.
  7. Genau prüfen, wem ich den Status "Freund" verleihe: Wen ich zum Freund mache, dem öffne ich die Tür zu privaten Informationen!
  8. Keine Verabredungen und Termine auf die Pinnwand stellen: Private Informationen ("Heut Abend sind meine Eltern im Theater") und Verabredungen ("Wir treffen uns um 17 Uhr im Café Kurz") haben im öffentlichen Internet-Bereich, wie z.B. auf der schülerVZ-Pinnwand, nichts zu suchen.
  9. Melde- und Ignorierfunktion nutzen: Wer Inhalte, Personen und Gruppen vorfindet, die gegen den Verhaltenskodex verstoßen, kann diese melden! Mitglieder, die mich belästigen, kann ich ignorieren! Sie werden dadurch auf eine Liste gesetzt, sind für eine Kontaktaufnahme gesperrt und können das eigene Profil nicht mehr einsehen.
  10. Vorsicht groß schreiben! Wenn auch in Zahlenrelation relativ gering, so finden doch auch jugendgefährdende Inhalte Eingang in soziale Netzwerke. 2007 fand jugendschutz.net über 750 rechtsextreme Videos und Profile in Web 2.0-Angeboten, darunter auch schülerVZ und YouTube.

 

 

 

 

Weitere Informationen:

 

Wissen, wie’s geht: Online-Communitys / Soziale Netzwerke – alle Informationen des Internet-ABC zum Thema im Überblick

http://www.internet-abc.de/eltern/online-communitys.php

 






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