Steinige Rennen und Diebesjagd mit sprechenden Tieren
Die besten Spiele des Jahres 2008
Ein Wettlauf über fünf Rennbahnen zugleich, mit Steinen und Karten, mit Taktik und einem Quäntchen Glück – darum geht es bei „Keltis“, dem „Spiel des Jahres“ 2008. Die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ wird seit 1978 vergeben. Sie soll das Spiel als Kulturgut in Familie und Gesellschaft fördern. Bewertet werden Idee, Regelgestaltung, Layout und Design.
„Das Siegerspiel ’Keltis’“ ist so spannend“, sagte Stefan Duksch, Sprecher der Kritikerjury bei der Preisverleihung, „dass mancher Spieler seinen Zug kaum abwarten kann. Beim dem Spiel von Reiner Knizia lobten die Juroren besonders die kurze eingängige Spielregel. „Wenn man gewinnt, hat man gut gespielt. Verliert man, waren die Spielkarten unglücklich verteilt. Dann fordert man Revanche. Und die ist bei knapp 30 Minuten Spielzeit immer drin“, so Duksch
„Jeder Mensch beginnt im Negativen, aber mit jedem Schritt voran gelangt er ins Positive.“ Diese alte keltische Weisheit inspirierte Spielerfinder Knizia zu seinem Spiel „Keltis“. Knizia gewann beim diesjährigen Wettbewerb um die besten Spiele nicht nur in der Hauptkategorie. Von ihm stammt auch das beste Kinderspiel „Wer war’s?“ (ab 6 Jahre). Hier sind kleine Detektive aufgefordert, einen gestohlenen Ring zu finden. Sprechende Tiere helfen ihnen dabei. „Wer war’s?“ bietet eine gelungene Kombination aus Brettspiel und Elektronik. „Die Kinder erleben in der Gruppe Erfolg und Misserfolg – und auch die Eltern werden sich gerne an der fieberhaften Suche nach dem Dieb beteiligen,“ lobte die Jury.
Mit dem Sonderpreis für ein „komplexes Spiel“ wurde „Agricola“ von Uwe Rosenberg bedacht. Bei diesem Spiel werden die Spieler in die Landwirtschaft des 17. Jahrhunderts zurückversetzt. Mit einer Fülle von Materialien ausgestattet, den Ho zu bewirtschaften, das Haus zu bauen und die Familie zu ernähren.
Spiel des Jahres 2008 - Keltis
Auf fünf Wegstrecken zugleich treten die Konkurrenten an. Darauf sind die eigenen Steine möglichst weit vorwärts zu bringen. Zunächst stehen sie noch im Minus. Pluspunkte bringen sie erst kurz vor dem Ziel. Jeder Spieler erhält acht Farbkarten auf die Hand. Kann man eine ablegen, geht der eigene Stein auf der Bahn mit dieser Farbe vor. Die Karte muss aber mit auf- oder absteigendem Wert zu den bereits ausliegenden passen. Sonst kann man sie auch abwerfen, aber vielleicht kann sie dann ein Gegner gebrauchen? Wer zu viele nutzlose Karten behält, der kommt nicht voran. Zu schnell kann die Partie zu Ende sein und die eigenen Steine stehen immer noch im Minus. „Keltis“ bietet eine gelungene Mischung aus Glück und Taktik, gewürzt mit einer Prise Schadenfreude.
„Keltis“ von Reiner Knizia Verlag: Kosmos
2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 27,– Euro
Kinderspiel des Jahres 2008 - Wer war's?
Im Königreich geht die Angst um. Der magische Ring des Königs wurde gestohlen. Noch hält sich der Dieb im Schloss auf. Nur die Kinder können ihn finden. Tiere unterstützen sie dabei. Eine elektronische Truhe verleiht den Tieren eine Stimme und gibt Hinweise auf den Täter. Die Spieler sprechen sich ab und entscheiden gemeinsam, wie sie ihre Figuren taktisch klug durchs Schloss ziehen und dabei das umher geisternde Gespenst umgehen. Sie dürfen keine Zeit verlieren. Denn wenn der böse Zauberer das Schloss erreicht, bevor der Dieb gefunden ist, haben alle gemeinsam das Spiel verloren. Der eingebaute Computerchip in der Truhe und verschiedene Schwierigkeitsstufen stellen sicher, dass jede Spielrunde anders verläuft. Ein spannendes, kooperatives Spiel für die ganze Familie.
„Wer War’s?“ von Reiner Knizia
Verlag: Ravensburger
2 bis 4 Spieler
ab 6 Jahre
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 35,– Euro
Sonderpreis: Komplexes Spiel 2008 - Agricola
Landwirtschaft war im 17. Jahrhundert keine leichte Aufgabe. Es gab viel zu tun: Tiere hüten, Zäune und Ställe bauen, Äcker bestellen, säen und ernten. Und außerdem musste das Wohnhaus für die wachsende Familie immer wieder vergrößert werden. „Agricola“ ist ein Entwicklungsspiel. Es beginnt vergleichsweise langsam, eröffnet aber bald eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Die Spieler können sich über Ausbildungen spezialisieren und Anschaffungen machen. Beides bringt ihnen Vorteile. Nur wer seine Familie ernähren und am Ende einen funktionierenden Hof vorweisen kann, hat Siegchancen. Das Spiel stellt wegen seiner Materialfülle und der ausführlichen Regel hohe Ansprüche an die Spieler. Sie werden dafür in jeder Partie aufs Neue mit einer faszinierenden Spielewelt belohnt.
„Agricola“
von Uwe Rosenberg
Verlag: Lookout Games
1 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre
Spieldauer: ca 120 Minuten
Preis: ca. 40,– Euro
www.spiel-des-jahres.org
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