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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Märchenwerkstatt

Märchenwerkstatt

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Willkommen in der Märchenwerkstatt!

In dieser Schreibübung dreht sich alles um das Schreiben – das Bauen von Märchen. Warum bauen? Weil ihr ein Märchen aus verschiedenen „Bausteinen“ zusammen setzten könnt. Und weil ein Märchen nach einer ganz bestimmten Regel funktioniert.
Doch was ist ein Märchen überhaupt? Was will es vermitteln? Was hat es für Möglichkeiten? Wo liegt der Reiz am Schreiben eines Märchen? Ein Märchen beinhaltet keine Wahrheiten. Nein, es vermittelt die symbolische Spiegelung von Wirklichkeiten. Nicht die geschilderten Begebenheiten mit Feen, bösen Hexen, einsamen Prinzessinnen und sprechenden Tieren usw. sind die Wirklichkeit, sondern die dahinter stehenden Menschlichkeiten – die menschlichen Erfahrungen. Denkt nur einmal an das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Klar, dass Land hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, werdet ihr auf keiner Landkarte finden. Oder das Märchen von Aschenputtel; einen gläsernen Schuh und sprechende Tauben sind sicherlich auch keine Gegebenheiten des täglichen Lebens. Doch die Eifersucht der alternden Frau oder der bösen Stiefschwestern auf das junge, schöne Schneewittchen oder das arme Aschenputtel, behandeln ein Thema, das sicher viele Menschen nachvollziehen können oder vielleicht sogar schon selbst erlebt haben. Soziale Konflikte, Naturgeheimnisse, Sehnsüchte, Wünsche und Ängste der Menschen werden im Märchen in einer mysteriösen Einfachheit dargestellt.

Und deswegen schreibt ihr ein Märchen am besten nach einigen ganz einfachen Regeln.

Der Anfang:

„Es war einmal …“ und dann? Überlegt euch zuerst einmal eine Figur ( Held oder Heldin ). Eure Figur sollte Aufgaben lösen, und Abenteuer bestehen, um am Ende dafür den Lohn zu erhalten. Z.B. Schneewittchen; sie soll erschossen werden, kann aber – dank des mitleidigen Jägers – in den Wald flüchten, muss viele Abenteuer und Anschläge auf ihr Leben überstehen und wird letztendlich, durch die Liebe des jungen Prinzen, dafür belohnt. Alles wird gut!

Die Hauptfigur:

Held oder Heldin? In der Regel ist die Figur meistens jung, oftmals sehr arm und verzweifelt, unglücklich und allein. Doch am Ende der Geschichte wird sie glücklich, geliebt und vielleicht sogar reich und mächtig sein.

Abenteuer und Aufgaben:

Die guten Figuren sollten abenteuerliche und auch manchmal gefährliche Aufgaben bestehen. Böse Drachen oder mächtigen Wesen werden oftmals durch Kämpfe oder List besiegt. Auch das Erlösen von Verwunschenen oder die Rettung anderer guter Personen, sind in der Regel die Aufgabe deines Helden oder Heldin.

Bestehen oder Lösen der Abenteuer und Aufgaben:

In der Regel durch Mut, List, Gewitztheit, Güte und Klugheit der Figur oder auch der Eingriff eines guten Wesens, z.B. eines übermächtigen Zauberers oder eine Fee.

Märchenhafte Wesen, die dabei sein können:

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Die Guten und Lieben!

Held oder Heldin

Gutmütiger König

die Figur, die gerettet werden muss

Fabeltiere

gute Feen oder andere Helferlein, die z.B. deiner Fantasie entspringen

freundliche Trolle

Die Bösen und Gemeinen!

die böse Stiefmutter, Stiefschwestern, Stieftante, etc.

Hexen oder böse Feen

mächtige gemeine Zauberer

Drachen, bösartigen Monster und Fabelwesen

Die Märchensprache:

Wichtig ist, dass ihr den klaren Gegensatz von Gut und Böse zum Ausdruck bringt. In der Regel werden falsches und richtiges Handeln aneinandergereiht. Gerne könnt ihr Aufzählungen benutzen, wie das erste Kind, das zweite Kind, das dritte Kind. Märchen sind meistens zeitlos (z.b. „ Es war einmal … „) und namenlos ( z.B. der älteste Bruder ). Woran ihr immer denken solltest, dass ihr Wiederholungen von Sprüchen, Reden, Formeln oder Wünschen und Gebeten in euer Märchen einbaut.

Das „glückliche“ Ende:

Ein Märchen sollte immer gut ausgehen. Getreu dem Motto „Ende gut – alles gut“. Das Gute siegt über das Böse. Der erlösende Kuß und die anschließende glückliche Hochzeit. Das Überwinden von Flüchen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …

Hier könnt ihr noch einige Märchengestalten kennenlernen.

Riesen

In unwegsamen Urwäldern, in Höhlen an den Meeresufern, im hohen steinigen Gebirge oder auch im Riesenreich unterm Mond, hoch über den Wolken, kann man auf Riesen treffen. Größer als ein Baum – manche Riesen sind so groß, dass sie mit ihren Köpfen an tiefhängenden Regenwolken anstoßen – wandern sie, mit Gesichtern aus Stein gemeißelt und beeindruckenden Kinnladen, auf mächtigen Füßen durch die Welt. Der Riese gilt allgemein als unberechenbares, primitives Ungeheuer.

Oger

In direkter Verwandschaft mit den Riesen stehen die menschenfressenden Oger. Diese Monster, Ungeheuer und Unholde werden im Norden „Jätte“ was „Fresser“ heißt, genannt. Überall auf der Welt haben sich diese Unholde nieder gelassen. Dort hausen sie in dunklen Gemäuern, alten Ruinen und aber auch im Reich der Riesen.

Hünen

Hünen sind menschlicher Herkunft. Meist sind sie der einzige Sohn armer Witwen. Sie kommen überall vor, wo Abenteuer zu erleben sind. Die Hünen sind immer sehr junge ( kaum zwanzigjährige ) und schöne Männer. Mit einem um die Hüften geschwungenen Fell ( im hohen Norden einen Bärenpelz über den Schultern ), in der Hand einen ausgerissenen Baum als Wanderstock und Knüppel zugleich, ziehen sie durchs Land. Hünen sind von 2,50 mtr. bis zu halber Riesengröße. Im körperlichen Vergleich mit Riesen sind sie zwar fast immer unterlegen, doch ihre Gewitztheit und ihr Mut ersetzt die fehlende Muskelkraft.

Drachen – Hausgeister – Wichtel – Nis – Hobs – Lobs

Erdleute ( Erdleutle ) – Berggeister – Kasermännle – Erdbibberle – Pixies

See- und Meeresungeheuer – Fisch- und Schlangengeister

Zauberer

Feen

Meerjungfrauen und Nixen

Verwunschene Geschöpfe

Einhörner

Wassermänner

Trolle

Bucca Boos

Korred

Riesen

Hausgeister

Wichtel

Nis

Hobs

Lobs

Erdleute

Berggeister

Kasermännle

Erdbibberle

Pixies

Drachen

Lindwürmer

Das stille Volk

Und hier haben wir die wichtigsten Märchenmerkmale für euch zusammen gefasst:

Erzählweise:

Fast alle Märchen beginnen mit den Worten: “ Es war einmal …“, die Zeit bleibt unbestimmt.
Im Märchen sind die Ortsangaben ungenau, die Orte können überall sein, das Märchenland ist nirgendwo.
Beispiele: Hinter den sieben goldenen Eichen oder Bei den fünf blauen Bergen oder vielleicht auch Im Land der weißen Büsche.
Im Märchen gibt es viele Wiederholungen (meist dreimal), magische Zahlen ( 3, 7, 12…) spielen oft eine geheimnisvolle Rolle.
In Märchen kommen vielfach Sprüche (z.B. Spieglein, Spieglein an der Wand …), Zaubersprüche oder Verse vor.
Viele Märchen hören mit der Schlussformel auf: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ oder „Und sie lebten glücklich und zufrieden, bis an ihr Lebensende“)

Sprache:

Im Märchen kommen viele Vergleiche vor, z.B.: Sprang wie ein Vogel…

Erzählzeit: Präteritum (Vergangenheitsform)

Moderne und „hippe“ Wörter werden nicht benutzt.

Personen:

Es treten gute und böse Gestalten als Gegenspieler auf, z.B. gut – böse, schlau – dumm…

Figuren können sich oft verwandeln, (siehe: Der Froschkönig)

Oft treten märchenhafte Wesen auf, z.B. Hexen, Feen, Zwerge, Riesen. Man nennt sie die „Jenseitigen“ oder „fantastische Gestalten“.

Es gibt eine oder mehrere Heldenfiguren, die Abenteuer und Prüfungen zu bestehen haben.

Ein Märchenheld trifft oft auf Helfer oder Gaben, die können, was er braucht, oder die übernatürliche Kräfte haben. ( z.B. Tarnkappe, Zauberpferd…)

Handlung:

Meistens treffen Gut und Böse aufeinander.

Am Ende werden die Guten belohnt und die Bösen bestraft.

Zuerst aber müssen die Guten Prüfungen bestehen oder schwierige Aufgaben erfüllen ( häufig drei )

Oft passieren Dinge, die in der Wirklichkeit nicht vorkommen, etwa Tiere, die sprechen, oder Gegenstände, die Zauberkräfte besitzen.

Zuerst aber müssen die Guten Prüfungen bestehen

Antje Szillat

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