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Kidslife · das Elternmagazin

Mein Grundeinkommen – Erfahrungsbericht 2

Mein Grundeinkommen –

Ein Verein verlost finanzielle Grundsicherung für ein Jahr – KidsLife unterhält sich mit einer Gewinner-Familie.

Grundeinkommen – Spielhaus
Das Grundeinkommen finanziert Träume – wie diese Spielhaus für Kinder. Foto: Andrea Schwabe

Als Eltern denken wir viel über die Zukunft nach, in der unsere Kinder leben werden und interessieren uns für positive Ansätze für die Welt von morgen – das Bedingingslose Grundeinkommen gehört dazu.  Mein Grundeinkommen probiert aktiv aus, worüber andere reden und verlost 1000 Euro im Monat für jeweils ein Jahr. Dazu sammelt der Verein per Crowdfunding Geld – und immer, wenn 12.000 Euro zusammen gekommen sind, wird das Geld als Bedingungsloses Grundeinkommen verlost. Wir haben uns mit Gewinner-Familie Schwabe aus Niedersachsen über ihre Erfahrungen unterhalten.

Bitte erzählt uns ein bisschen von Euch

Wir sind Andrea & Stephan (verheiratet), Pauline (8 Jahre) und Moritz (6 Jahre). Wir wohnen im schönen Niedersachsen in einer Doppelhaushälfte, die wir erst vor drei Jahren gekauft und kernsaniert haben. In dieser Zeit, hatten wir sehr wenig Zeit für die Kinder, da wir beide voll berufstätig sind. Papa arbeitet im Messebau und Mama als Sozialpädagogin.

In welcher Situation habt Ihr Euch befunden, bevor Ihr das Grundeinkommen gewonnen habt?

Unser Sohn hat das Grundeinkommen gewonnen. Für ihn hat sich nicht viel verändert, abgesehen von der Coronasituation und nun bald dem Start in die Schule. Als Familie haben wir gerade endlich wieder etwas mehr Zeit füreinander gehabt.

Wie fühlt es sich an, das Geld monatlich zu erhalten und wofür setzt Ihr es ein?

Das Geld gibt etwas Sicherheit. Besonders jetzt, wo wir teilweise von Kurzarbeit betroffen sind, der Kredit für das Haus aber weiter bezahlt werden muss.

Wir haben mit den ersten Grundeinkommen jedem einen Wunsch erfüllt. Das Gewinnerkind hat ein Kettcar bekommen und der Rest hat ein neues Fahrrad bekommen. Außerdem haben die Kinder ihr Spielhaus im Garten bekommen. Wir haben mehr unternommen, durch den Hausumbau hatten wir wenig Zeit für die Kinder, weil wir vieles in Eigenleistung gestemmt haben, das haben wir versucht „nachzuholen“. Außerdem wollten wir einen Teil des Geldes sparen und haben einen „richtigen“ Urlaub geplant. Die Kinder würden so gerne mal Schildkröten in ihrem natürlichen Umfeld sehen und mit einem Flugzeug fliegen. Das ist nun durch Corona erst mal verschoben.

Grundeinkommen – Ketcar
Jedes Familienmitglied durfte sich einen Wunsch erfüllen – dieses Kercar gehört dazu. Foto: Andrea Shwabe

Habt Ihr das Gefühl, dass es sich auf Euer Leben, das Lebensgefühl und die Motivation positiv auswirkt?

Die Sicherheit fühlt sich gut an! Wir haben in den letzten Jahren auf so vieles verzichtet und sind froh nun auch mal ja sagen zu können, wenn die Kinder einen Wunsch äußern. Das tut gut.

Gibt es etwas, dass Ihr nun tun oder haben könnt was Ihr Euch immer schon gewünscht habt?

Ja, zumindest theoretisch: einen schönen Urlaub zu machen. Die mussten in den letzten Jahren sehr klein ausfallen. Wegen der Corona Situation müssen wir uns nun noch etwas gedulden. 

Findet Ihr, dass das Grundeinkommen eine gute Idee für alle Menschen wäre und glaubt Ihr, dass sich unsere Gesellschaft insgesamt dadurch positiv entwickeln würde?

Ich denke, dass es generell eine große Ungerechtigkeit bei den Einkommen gibt. Ich arbeite in einem sozialen Beruf und habe acht Jahre studiert und verdiene nicht mal die Hälfte von dem, was ein guter Freund nach drei Jahren Informatikstudium verdient. Und da gibt es noch viele andere Beispiele. Warum die eine Arbeit mehr Wert hat als die andere werde ich nie verstehen. Mir ist es wichtig einen Beruf auszuüben, der mir liegt und Freude bereitet. Dafür muss ich Abstriche bei dem Gehalt machen.

 

 

Möchtest Du mehr über Mein Grundeinkommen erfahren, als Spneder aktiv werden oder an der Verlossung teilnehmen? Hier bekommst Du alle nötigen Informationen.

Einen weiteren Erfahrungsbericht von uns zum Thema  findest Du huer.

 

Text: Martina Voigt-Schmid/KidsLife Redaktion

 

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