Nach oben

Kidslife · das Elternmagazin

Beste Freunde oder schlimmste Rivalen – wie stehen Kinder zu ihren Geschwistern?

Gleichgewicht halten

Lena P., 11 Jahre
Meine Schwester ist witzig und bringt mich zum Lachen. Ich kann es aber nicht leiden, wenn sie brutal wird, um ihren Willen durchzusetzen. Wenn ich ein Computerspiel mache und sie will mit mir spielen, fängt sie gleich an zu hauen. Wir streiten uns oft und dabei geht es vor allem um Futterneid: Wenn Mama was für uns kauft, vergleichen wir und streiten darüber, wer mehr oder weniger bekommen hat. Ein Leben ohne Stella – das wär’ mir zu langweilig. Auch wenn ich mir manchmal vorstelle, dass es auch ganz schön wäre, allein zu sein.

Stella P., 7 Jahre
Ich fahre viel Einrad, dann hilft Lena mir und hält mich fest, damit ich nicht herunterfalle. Blöd ist aber, dass wir uns oft streiten, wenn ich etwas Schönes gefunden habe. Dann kommt Lena und will’s mir abnehmen. Einmal hat sich Lena in ihrem Zimmer eingeschlossen. Ich hab’ den Badezimmerschlüssel genommen und wollte bei ihr aufschließen. Da ging Lenas Tür überhaupt nicht mehr auf und Mama musste kommen. Es gab großen Ärger für mich. Eine Schwester zu haben, ist trotzdem gut, weil sie mir hilft, wenn ich nicht mehr weiter weiß.

Geschwister ersetzen Freunde

Konrad R., 4 Jahre
Meine Geschwister helfen mir, wenn ich nicht weiterkomme. Kinderkassetten einlegen, Geräte anmachen oder so was. Manchmal ärgert mich aber mein Bruder auch, das find ich nicht gut. Ich versuche dann aber trotzdem zu tun, was ich will.

Severin R., 10 Jahre
Mit Konrad kann man noch nicht so richtig spielen. Und mit Anne streite ich mich oft, es geht meistens ums Gameboy-Spielen. Wenn wir uns nicht einigen können, gehen wir zu unseren Eltern. Aber auch, wenn danach wieder alles in Ordnung ist und meine Schwester wieder was anderes mit mir spielen will, gibt’s schnell neuen Streit. Auch wenn wir nur so zum Spaß miteinander kämpfen, endet das mit Weinen. Doch ohne meine Geschwister wär’s richtig langweilig. Es ist schon gut so, wie es ist.

Anne R., 11 Jahre
Ich lese Konrad gerne was vor, der hört dann ganz gespannt zu. Aber wenn ihm mal was nicht passt, dann fängt er gleich an zu hauen. Mit Severin kann ich zwar ganz gut spielen, doch er kann schlecht verlieren. Wenn ich alleine in meinem Zimmer sein will und ihn rausschicke, bleibt er einfach da. Dann pack’ ich ihn und setz’ ihn vor die Tür. Blöd ist, dass mein Bruder nach Streitereien oft mehr Ärger bekommt als ich – obwohl das ungerecht ist. Ich sage dann aber nichts dazu, weil ich nicht auch noch Ärger haben will. Geschwister zu haben, ist auch schön: Wenn die Freunde mal nicht da sind, habe ich immer noch meine Brüder.

Besser reden, als mit den Eltern

Mirko D., 14 Jahre
Filme gucken, Playstation spielen – das kann ich gut mit meiner Schwester. Sie ist lustig und macht viel mit. Ich kann nur nicht leiden, wenn sie rechthaberisch ist oder mich arrogant behandelt. Wir streiten uns nicht so oft, aber wenn, dann geht’s meistens um die Playstation. Die gehört mir und sie will ständig damit spielen. Ihren Musikgeschmack finde ich teilweise auch daneben. Wenn ich keine Schwester hätte, wäre ich ein Muttersöhnchen geworden. Andererseits: wenn sie mal weg ist, dann ist es hier anders, viel leiser.

Mascha D., 11 Jahre
Mirko ist in Ordnung: nett, kann teilen, beklagt sich nicht viel und nervt nicht. Er kann aber auch ganz schön stur sein und mich wegen Kleinigkeiten anmotzen, weil ich ihm eine ausgeliehene CD nicht schnell genug wiederbringe. Früher haben wir uns mehr gestritten. Manchmal gibt’s wochenlang keinen Ärger. Wenn Mirko mal ein paar Tage nicht da ist, ist das auch ganz schön, aber auf Dauer möchte ich nicht ohne ihn sein. Ich kann mit ihm manchmal besser reden, als mit meinen Eltern.

Unseren Geschwisterbeitrag findet ihr hier.

Bücher zum Thema:

Wen hast du am allerliebsten?: Mein schönstes Geschwisterbuch (Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?) (Deutsch) Pappbilderbuch von Sam McBratney (Autor), Anita Jeram (Illustrator)

 

 

 

Aufrufe: 114

Translate »