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Kidslife · das Elternmagazin

Ein Rezept für Familienglück

Hast Du Dir auch schon mal gewünscht, dass deine Kinder ein bisschen anders wären? Ordentlicher, strebsamer, problemloser? Dann wird es Zeit, umzudenken. Denn Du kannst nur einen Menschen wirklich ändern: Dich selbst!

„Kinder sind anders“, heißt der Titel eines Buches der berühmten Pädagogin Maria Montessori. Und es stimmt: Sie sind anders als Erwachsene und oft auch anders als das, was wir uns mal vorgestellt haben. Familienleben könnte so einfach sein und so schön, wenn die Kinder zur Abwechslung mal das täten, was ich von ihnen erwarte …

Warum sind Kinder manchmal so schwierig?

Wenn Jana nur mal aufhören würde, dieses Theater zu machen – jeden Morgen, wenn sie sich anziehen soll, die gleiche Geschichte. Warum muss das Unterhemd zum T-Shirt passen und warum will sie bei diesem Sauwetter mit Ballerinas losmarschieren? Meine Güte, wenn das im Kindergarten schon so losgeht, was soll dann später einmal werden? Eine richtige Primadonna! Und zum Frühstücken haben wir schon wieder keine Zeit, wegen dieser Zicken.

Meiner Freundin Janine geht es mit ihrem Sohn Jannis auch nicht besser. Der will ausschließlich Turnschuhe tragen, obwohl er zu Hause am liebsten gemütlich auf dem Sofa sitzt und liest oder spielt. Jannis Vater Tobias hatte sich so darauf gefreut, mit seinem Sohn Fußsball spielen und angeln zu gehen, aber dazu hat Sohnemann keine Lust. Und Tobias ist davon so frustriert, dass er gar keine Lust mehr hat, mit der Familie etwas zu unternehmen.

Familienglück - Vater
Foto. Pixabay

Am mangelnden Familienglück sind immer die anderen schuld?

Natürlich lieben wir unsere Kinder und sind (meistens) stolz auf sie. Aber es gibt auch Zeiten, in denen wir verwirrt und – geben wir’s zu – enttäuscht sind davon, dass sie vielleicht so ganz anders sind, als die Kinder unserer Träume. Und wo wir gerade dabei sind: Auch unsere Partner könnten ein bisschen anders sein. Ein bisschen ordentlicher, rücksichtsvoller, schlanker, sportlicher – was auch immer. Dabei wissen wir ja im Grunde, dass wir unsere Familienmitglieder so nehmen sollten, wie sie sind. Warum ist bedingungslose Akzeptanz und Liebe so schwierig?

Der Erziehungsberater Rob Parsons aus den USA sagt „ wenn wir versuchen, jemanden zu ändern, ist die Folge, dass wir die Person verpassen, die wir vor uns haben. Ohnehin ist es unmöglich, andere Menschen zu ändern. Aber wir können uns selbst ändern. Und das Faszinierende daran ist, das das, gerade in kleinen Gruppen, wie einer Familie, einen beeindruckenden Effekt haben kann. „Oft ist es so, dass, wenn man sich selbst ändert – bzw. sein Verhalten anpasst – sich die anderen auch ändern“, so Parson.

Familienglück - Mutter
Foto: Pixabay

Jede schlechte Eigenschaft hat ein positives Pendant

Versuch doch mal, die in deinen Augen schlechten Eigenschaften deines Kindes in positive umzutexten. Dann fällt das Akzeptieren viel leichter.

Dein Kind ist nicht störrisch – sondern willensstark. Es ist nicht chaotisch – sondern kreativ. Es ist keine „Quasselstrippe“ – sondern kommuniziert gerne. Natürlich ist es unrealistisch, seinen Familienmitgliedern die ganze Zeit Lobeshymnen zu singen Und in einer Familie muss man sich gegenseitig die Meinung sagen können. Aber Dinge, die wir nicht gerne hören, werden besser angenommen, wenn sie von einer Person kommen, der wir vertrauen und von der wir wissen, dass sie voll hinter uns steht.

Familienglück - Mutter und Kind
Foto: Pixabay

Zum Familienglück gehört auch Kritik – aber konstruktiv

Eines der kraftvollsten Mittel in der Erziehung ist auch eins der einfachsten: Worte. Denn Worte haben eine außerordentliche Kraft, den Geist eines Kindes zu stärken – oder zu zerstören. Ein Kind glaubt das, was es hört. Positive Worte können Hoffnung geben und Möglichkeiten eröffnen. Sage stets mehr positive als negative Dinge. Wenn dein Kind etwas Falsches tut, solltest Du ihm das sagen. Aber kritisiere dabei nur das Verhalten, nie die Person. Setzte „Ich-Botschaften“ ein. Etwa: “Ich möchte nicht, dass Du deinen Bruder an den Haaren ziehst , auch nicht, wenn er dein Bild versteckt hat.“ Anstatt. „Immer musst Du gleich zurückschlagen. Du bist eine richtige Streithexe!“.

„Tatsächlich sind wir konditioniert darauf, unsere Mitmenschen bei negativen Dingen zu „ertappen“ und sie dafür zu kritisieren. Aber eine viel effektivere Methode, ihr Verhalten zu verbessern ist es, sie bei etwas Gutem zu „ertappen“ und sie darin zu „ermutigen“ empfiehlt Parson.  Anstatt unsere eigenen Träume und Wünsche dem Kind aufzuzwingen, sollten wir verstehen, dass es bestimmte Eigenschaften auf diese Welt mitgebracht hat. Stärken und auch Schwächen. Unser Job ist es , achtsam zu sein und zu entdecken, wer diese Person ist, die uns anvertraut wurde. Und wie wir sie am besten auf ihrem Weg unterstützen können. Schließlich sind auch viele von uns Erwachsenen oft niedergeschlagen und deprimiert von der ständigen Kritik unserer Mitmenschen.

Seitdem ich mir am Abend Zeit nehme, mit meiner Tochter das Outfit für den nächsten Tag auszusuchen, ist unsere Morgenzeit entspannter geworden. Und seitdem Tobias Jannis nun jeden Tag auf dem Sofa eine Geschichte vorliest und sich mit ihm unterhält, hat der Junge Lust bekommen, das auch mal draußen zu machen. So wie in „Petterson und Findus“, seinem Lieblingsbuch.

Familienglück - Mutter, Tochter, Vespa
Foto. Pixabay

Erziehung als Tanz begreifen

Seien wir doch einfach etwas lockerer und entspannter. Eltern sein ist eine so fordernde Aufgabe, dass wir die schönen Seiten daran in vollen Zügen genießen sollten. Anstatt Elternschaft als ein Projekt zu betrachten, das wir alleine „stemmen“ müssen, sieh es doch einmal als Tanz – bei dem Du und ein Kind Partner seid. Mal hast Du die Führung, mal folgst Du deinem Kind und überlässt dich seinen Schritten. Während es spielerisch die Welt entdeckt, entdeckst Du sein Wesen – und gibst ihm alle Unterstützung, Ermutigung und Akzeptanz die es braucht um glücklich zu sein und sich gut zu entwickeln.

Von KidsLife Autorin Karin Katz

 

 

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