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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Pucken vermittelt Babys Geborgenheit

Eine alte Wickeltechnik wird wiederentdeckt

Pucken liegt voll im Trend. „Was in aller Welt ist das?” –  mag sich vor allem der ein oder andere werdende Vater fragen: „Pucken” ist nicht Eishockeyfrüherziehung, sondern eine uralte Wickeltechnik, die neuerdings wieder en vogue ist.

Die Idee: Säuglinge sind die Enge des Mutterleibes gewohnt und von ihrer neu errungenen Bewegungsfreiheit noch überfordert. So schlafen sie unruhig.

Lösung: Das Baby mit Armen und Beinen fest in ein Tuch einwickeln, sprich: pucken.

Weiterer Pluspunkt: Gepuckte Säuglinge schlafen besser in der von Kinderärzten empfohlenen Rückenlage.

Pucken aus Sicht der Eltern

Die molligen Beinchen rudern im Takt, während die vier Wochen alte Ella mit einem wohligen Glucksern ihre Mutter anstrahlt – die wickelt Ella gerade in den womby, ein Pucktuch, das den Säugling an die vertraute enge Begrenzung im Mutterleib erinnert und ihm hilft, sich selbst zu spüren. „Bisher haben wir Ella auch während des Schlafens die meiste Zeit getragen. Wenn wir sie in ihr Bettchen gelegt haben, hat es keine zwanzig Minuten gedauert, bis sie wieder aufgewacht ist.” Mit dem womby wird Ella nun rundum fest eingewickelt. Inzwischen legt Jule Engel ihre Tochter sogar noch wach in die Wiege, wo Ella innerhalb kurzer Zeit zufrieden auf dem Rücken einschläft.

„Dass Ella jetzt sogar auf dem Rücken ruhig schläft, beruhigt uns ungemein”, versichert Jule, da sie und ihr Mann die Empfehlung der Kinderärzte ernst nehmen und ihr Baby nur auf dem Rücken schlafen lassen.

Pucken aus Sicht der Wissenschaft

Der heutige Trend zum Pucken wird unterstützt durch die von Hebammen und Kinderärzten nachhaltig geforderte Rückenlage. Denn einer Studie von Kinderärzten in den USA zufolge schlafen auch eigentliche Bauchschläfer gepuckt besser auf dem Rücken (PEDIATRICS Vol. 110 No. 6, December 2002). Bisher wurden in erster Linie Schlafsäcke und damit der Verzicht auf eine zusätzliche Decke im Babybett dringend angeraten, um das Risiko des Plötzlichen Säuglingstodes zu verringern. Doch das Pucken spendet dem Säugling zusätzlich Wärme, Schutz und Vertrauen. Diese Kombination aus Sicherheit und Nestwärme motiviert immer mehr Hebammen, das Pucken den werdenden Eltern wieder verstärkt ans Herz zu legen. Schließlich handelt es sich auch um eine ebenso intuitive wie uralte Technik, die in vielen Kulturen Tradition hat.

Pucken aus Sicht der Hebammen

„Gepuckte Babys schlafen ruhiger, weil sie Begrenzung und damit auch Halt spüren”, hat die Hebamme Susanne Quell, Fortbildungsbeauftragte im Landesverband Hamburg des Deutschen Hebammenverbandes, beobachtet. „Gerade bei Unruhe durch Bauchweh oder Einschlafstörungen führt die feste Wickeltechnik des Puckens zur Beruhigung, und auch Neugeborene, die bevorzugt auf dem Bauch schlafen, tolerieren die Rückenlage leichter, wenn sie gepuckt werden.”

Merh Informationen: https://www.hebammenverband.de/startseite/

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