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Kidslife · das Elternmagazin

Schwimmen lernen – seit Corona leider immer weniger verbreitet

kid swimming in pool
Foto: briana-tozour/Unsplash

Von Seepferdchen und Wasserratten

Laut Statista geben rund zwei Drittel der Deutschen an, gerne zu schwimmen. Dennoch erlernen in Deutschland immer weniger Menschen die gesunde und im Grunde für jeden so wichtige Sportart keine gute Voraussetzung für ungetrübten Badespaß.

Ein Überblick über die aktuelle Lage

Eine forsa-Umfrage ergab, dass immerhin 77 Prozent der Grundschüler über das SeepferdchenAbzeichen verfügen. Aber, so DLRG-Präsident Achim Haag, „als sicherer Schwimmer kann nur gelten, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze sicher beherrscht. Alle Experten, Sportwissenschaftler und unsere Ausbilder sind sich einig, dass die Prüfungsanforderungen des Seepferdchens dafür zu gering sind.“ Das Seepferdchen-Abzeichen bekommt, wer sich auf einer Strecke von 25 Metern über Wasser halten kann.

Schwimmen lernen – seit Corona immer weniger verbreitet

Kinder im Schwimmbad
Foto: jvr-x-88/Unsplash

Aufgrund der Corona-Situation ist laut DLRG die Teilnehmerzahl beim Anfängerschwimmen um 50% gesunken, insbesondere betroffen sind Kinder – ca. 70.000 konnten nicht am üblichen Kursangebot teilnehmen, die Zahl der Schwimmprüfungen sank um rund 70%. Dr. Dirk Bissinger, Leiter des Bereichs Ausbildung bei der DLRG, sagt dazu: „Unter den gegebenen Bedingungen droht uns mindestens ein Jahrgang der Nichtschwimmer“.

Aber auch schon vor der Pandemie mussten die Jüngsten oft lange auf ihren Unterricht warten oder hatten gleich gar keine Gelegenheit Schwimmen zu lernen – zahlreiche Bäder wurden in den vergangenen Jahren aus Kostengründen geschlossen, Grundschulen können zum Teil in Ermangelung von Badkapazitäten keinen Unterricht mehr anbieten und bei den Verbänden sind die Wartelisten lang. Von den über 60-jährigen haben noch 56 Prozent in der Grundschule schwimmen gelernt, bei den heute 14- bis 29-jährigen sind es nur noch 36 Prozent.

Im Rahmen der erwähnten forsa-Umfrage schätzten 40 Prozent der Befragten ihre Schwimmqualitäten als durchschnittlich ein. Neun Prozent hielten sich für schlechte Schwimmer, drei Prozent gaben an, Nichtschwimmer zu sein. Und das ist in Anbetracht der Sommer- und Ferienzeit nicht nur schade, sondern auch potenziell riskant: 2020 wurden 378 tödliche Badeunfälle verzeichnet.

Geregelt die Welle machen

Auch echte Wasserratten, die gar nicht genug bekommen können vom kühlen Nass, sollten sich zur Sicherheit an die Baderegeln der DLRG halten – Meeresbewohner sind wir schließlich nicht. Dazu gehört z.B. Kräfte nicht zu überschätzen, niemals an Stellen mit Schiffs- oder Bootsverkehr zu baden und nur ins Wasser zu springen, wenn man sicher sein kann, dass es auch frei und tief genug ist. Und nie vergessen: zur Bade-Sicherheits-Etikette gehört unbedingt, nicht „for fun“ um Hilfe zu rufen! Alle, die sich nicht wie ein Fisch im Wasser fühlen, sollten bedenken, dass Schwimmhilfen keine ausreichende Sicherheit bieten und lieber nur bis zum Bauch in Wasser gehen.

Junge springt in Pool
Foto: brian-matangelo/Unsplash

Für alle, die nicht in der Unterwasserwelt leben – die DLRG Baderegeln auf einen Blick:

1. Baden Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Kühlen Sie sich ab und duschen Sie, bevor Sie in das Wasser gehen.

2. Gehen Sie niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser.

3. Gehen Sie als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser.

4. Rufen Sie nie um Hilfe, wenn Sie nicht in Gefahr sind, aber helfen Sie Menschen, wenn diese Hilfe brauchen.

5. Überschätzen Sie sich und Ihre Kräfte nicht.

6. Baden Sie nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.

7. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser und suchen Sie ein festes Gebäude auf.

8. Halten Sie das Wasser und seine Umgebung sauber, werfen Sie Abfälle in Mülleimer.

9. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten Ihnen keine Sicherheit im Wasser.

10. Springen Sie nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.

Helfen beim Schwimmen lernen: die neuen Hörspiele für Kinder aus den EUROPA Unterwasserwelten

Allen, die ihren Kids spielerisch und fantasievoll die Themen Schwimmen, Wassergewöhnung und Sicherheit im Wasser näher bringen möchten – und sie dafür begeistern wollen, selbst schwimmen zu lernen, empfehlen wir die neuen Hörspiele der EUROPA Unterwasserwelten. Die niedlichen Hörspiel-Protagonist*innen wie Nella Nixe und Snorri sind eine Inspiration für Eltern und Kinder, sich mit dem nassen Element – und den Freuden und Gefahren die es birgt, näher zu beschäftigen.

Nella Nixe_Packshot_01            Snorri_Packshot_01

Weitere Informationen dazu gibt es auch hier und hier.

Quellen: https://de.statista.com/themen/6714/schwimmen-in-deutschland/ (abgerufen 22.6.2021) https://www.dlrg.de/informieren/die-dlrg/presse/schwimmfaehigkeit/ (abgerufen 22.6.2021) https://www.tagesschau.de/inland/badetote-dlrg-101.html (abgerufen 22.6.2021) https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/dlrg-warnt-vor-corona-folgen-deutschlandentwickelt-sich-zum-nichtschwimmer-land-a-00000000-0002-0001-0000-000171973709 (abgerufen 22.6.2021) www.dlrg.de

Gesponserter Artikel

  • Posted by kidslife on 16. September 2021
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