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Kidslife-Magazin · Leben mit Kindern

Kinderzimmer aufräumen – 10 Tipps für Eltern

Socken unter der Heizung, Playmo-Perücken und Ü-Ei-Bruchstücke in der Sofaritze und kleine bunte Teile überall in der Wohnung – Kinderzimmer aufräumen ist immer ein Thema in unserer Familie. Vor allem für ein Familienmitglied – mich. Meine Kinder verstehen gar nicht, was die ganze Aufregung immer soll und mein Partner versteht es prima, solche Probleme zu delegieren – an mich. „Warum erziehst Du die Kinder nicht mal ein bisschen?“ sagt er dann gerne, bevor er sich aufs Fahrrad setzt, um dem Chaos einfach davon zu fahren. Ich bin selber kein Putzteufel und auch nicht das, was man die perfekte Hausfrau nennt, aber, nach einem anstrengenden Tag brauche ich ein bisschen Ruhe und Ordnung um mich herum. Man sagt ja, Kinder lieben eine strukturierte Umgebung und können mit kleinen Aufgaben schon ab vier bis fünf Jahren an das gemeinsame Aufräumen und ihre Mitverantwortung für den Haushalt herangeführt werden. Kleine Dienste wie Hilfe beim Tischdecken, Spülmaschine ausräumen und Müll heruntertragen schaffen auch Erstklässler, warum also nicht meine Kinder, die ja schon die vierte und sechste Klasse besuchen?

Kleiner Trost: es muss nicht so sein. Ich habe gehört, es gibt durchaus Familien, bei denen das alles super klappt mit dem Aufräumen. Wahrscheinlich die, in denen mehrere Mitglieder im ordnungsliebenden Sternzeichen der Jungfrau geboren sind. Ich kenne ein Kind, das schon im Gitterbettchen seine Sachen in ordentlichen Häufchen sortiert hat. Und dessen Mutter, selbst auch stets gut organisiert und keineswegs unsympathisch, hat mir einige gute Kniffe verraten:

10 Tipps für Eltern

1. Aufräumen und Putzen

bezeichnen nur wenige als ihre Lieblingsbeschäftigung, aber es gehört einfach dazu – und ob es als lästig empfunden wird, liegt auch an uns. Wenn wir darüber jammern, dass schon wieder aufgeräumt werden muss, oder wenn immer die liebe Mama – und sonst niemand – ständig hinter allen herräumt, werden die Kids auch nicht finden, dass Saubermachen Spaß machen kann und sich gerne daran gewöhnen, dass Putzen eben Mamas Job ist, ganz egal, was und wo sie sonst noch arbeitet.

Eltern sollten von Anfang an möglichst oft die Kinder dazu animieren, Ihnen dabei zu helfen – nicht nur im Kinderzimmer, damit es eine Gewohnheit wird wie Zähneputzen.

2. Mit Musik geht alles besser!

Bleiben Sie locker und machen Sie ruhig mal einen Spaß aus der Aktion. Statt mit drohendem Zeigefinger und gerunzelter Stirn (Vorsicht, macht alt!) dabei zu stehen und die Kids zu überwachen, lieber flotte Musik auflegen, während gemeinsam das Chaos beseitigt wird.

3. Kinder mögen Wettspiele

warum nicht auch beim Aufräumen? Machen Sie ein Spielchen: Wer hat als erster zehn Sachen weggeräumt? Der Gewinner bekommt eine kleine Überraschung, so macht es noch mehr Spaß! Man kann auch würfeln um die Anzahl der Dinge, die weggeräumt werden, oder bestimmte Dinge mit dem Aufräumen verknüpfen: z. B. wenn aufgeräumt ist, dürft ihr eine Stunde an den Computer.

4. Kochen ist cool,

finden viele Kids, und helfen gerne mit, leckere Dinge zuzubereiten, die einfach zu machen sind und (nicht nur ihnen) schmecken. Dabei kann man ihnen ganz nebenbei zeigen, dass Aufräumen einfach dazugehört und von allen miterledigt wird; das erleichtert dann auch die Argumentation im Kinderzimmer.

5. Um eine gute Ordnung

möglich zu machen, sollte genügend Raum und praktische Dinge zum Verstauen der Sachen vorhanden sein. Gut ist ein System von Kisten, Körben, Schachteln oder Schubladen, in die das bunte Durcheinander jeden Abend hineinwandert und die dann ab und zu aussortiert und neu geordnet werden – das jeden Abend zu tun, ist einfach zu viel verlangt!

6. Im Kinderzimmer sollte die Ordnungsliebe manchmal Grenzen haben

Haben die Kinder in geduldiger und kreativer Kleinarbeit aus vielen Teilen ein bodendeckendes Haus oder anderes Gesamtkunstwerk errichtet, wäre es grausam, es gleich wieder kaputt zu machen. Für solche Situationen muss es Ausnahmen geben und vielleicht bestimmte Abmachungen, z. B. dass an einem bestimmten Wochentag das Zimmer gründlich geputzt werden und dafür dann alles frei geräumt werden muss.

7. Die Häppchen-Methode

Wenn die Unordnung groß ist, wächst auch die Unlust, sich überhaupt damit zu beschäftigen. Teilen Sie anstehende Aufgaben in überschaubare und kleinere Einheiten ein. Jetzt kommt alle Wäsche in den Korb, morgen wird der Schreibtisch entmüllt, übermorgen sind die Stapel von Blättern und Schulsachen dran, etc. Wichtig hierbei: Überwachen, ob die Aufgaben auch wirklich erledigt wurden!

8. Die Wühl-Ecke

sorgt für ein entspannteres Klima – ein kleiner Bereich im Kinderzimmer, der auch für die Aufräumwut der Eltern oder der Putzfrau tabu ist. Dort dürfen Sachen liegen bleiben und es darf unordentlich sein!

9. Ziehen Sie Grenzen

bevor Ihnen alles über den Kopf wächst: und verteidigen Sie Ihr Reich. Auch tolerante Eltern haben das Recht auf eine spielzeugfreie Zone, die für tobende Kinder tabu ist – bei kleinen Wohnungen wenigstens ab einer bestimmten Uhrzeit. Gleichberechtigung muss sein!

10. Hygienische Mindeststandards festlegen

bei älteren Kindern und Teenagern, die ihr kreatives Chaos verteidigen. Wenigstens einmal pro Woche sollte kontrolliert werden: dreckige Klamotten kommen in den Wäschekorb, Bananenschalen, angekrustete Teller oder leere Packungen in Küche oder Müll.